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Auf allen Ebenen gescheitert!

12.06.2009 | 3 Kommentare
Das United Nations Office on Drugs and Crime hat bei ihrer Drogenkonferenz im vergangenen März in Wien wieder einmal das Scheitern der internationalen Drogenpolitik rituell erörtert und die Ergebnisse ihrer 10-Jahres Strategie frustriert zur Kenntnis genommen. Denn die UNO hatte 1998 beschlossen, bis 2008 den internationalen Drogenhandel durch Ausrottung der Drogenproduktion zu eliminieren.  Niemand bestreitet, dass dieses Ziel nie und nimmer erreicht wurde.

Seit 1998 hat sich sowohl das Angebot, als auch die Nachfrage erhöht:

  • Die weltweite illegale Mohnproduktion hat im Jahr 2007 den Umfang von 8.800 Tonnen erreicht, das ist doppelt soviel wie im Jahr 1998.
  • Die weltweite Kokainproduktion betrug 2006 984 Tonnen, das sind 19% mehr als im Jahr 1998.
  • Es wurden im Jahr 2005 ungefähr 42.000 Tonnen Cannabispflanzen produziert, das ist ein Anstieg von 40% gegenüber 1998.
  • Die weltweite Nachfrage nach illegalen Drogen stagnierte bei Coca und Opiumderivaten. Bei Cannabis und Amphetaminen ist ein klarer Anstieg zu verzeichnen.

Laut UNO-Schätzungen beträgt der weltweite Markt für illegale Drogen etwa 500 Milliarden Euro. Experten berichten vom doppelten Volumen.

Die Produktionskosten machen weniger als 1% des Verkaufspreises aus.

Das weltweite Verbot illegaler Drogen garantiert damit Gewinnspannen von 10.000 %!

Andererseits geben allein die USA jährlich über 50 Milliarden Dollar für eine kontraproduktive Drogenpolitik aus. Wäre die Drogenprohibition ein privates Unternehmen, wäre sie seit langem bankrott. Allein in Österreich werden die jährlichen Kosten, welche durch die Repression entstehen, mit etwa 150 Millionen Euro beziffert.

Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Kriminalisierung und Stigmatisierung der Betroffenen wie u.a. Schulabbruch, Arbeitsplatzverlust, familiäre Konflikte und die Zwangstherapien ist ebenfalls enorm! Beispielsweise sind über 50% der Strafgefangenen in Österreich auf Grund von Drogendelikten in Haft.

Unter dem Deckmantel “Drogenverfolgung” werden Bürger- und Bürgerinnenrechte in untragbarer Weise beschnitten. Die Überwachung der Bevölkerung durch staatliche Behörden wurde im neuen Sicherheitspolizeigesetz festgeschrieben. Dieses erlaubt der Polizei, ohne richterliche Kontrolle bei “Gefahr im Verzug” die Standorte von Mobiltelefonen bei Handynetzbetreibern abzurufen, sowie die persönlichen Daten von Inhabern temporärer IP-Adressen bei deren Providern abzufragen.

Daher ist es längst an der Zeit, sich mit liberaleren drogenpolitischen Strategien auseinanderzusetzen, welche die die EndverbraucherInnen aber auch die Gesellschaft schützt und den Schwarzmarkt reduziert. Denn von Drogenverbotspolitik profitiert derzeit einzig und allein das international organisierte Verbrechen.

Euer Bernhard

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3 Kommentare

  1. wotu

    Man sollte langsam einsehen das Drogen nicht aus dem leben der menschen wegzudenken geschweige denn zu vertreiben sind. es wird zeit menschen zu mehr Eigenverantwortung zu ermutigen. Aber durch die Masse bevormundete Individuen entwickeln sich entgegengesetzt.

    Mehr Regeln = Weniger Denken

    Die Demokratie sollte meiner Meinung nach die Entscheidungen Schritt für Schritt dem einzelnen überlassen, statt wie derzeit gängig zu unserem “Schutz” mehr regeln aufzustellen.
    Die Gesellschaft befindet sich in der Pubertät und um zum mündigen Erwachsenen zu werden müssen die “Eltern” uns mehr rechte eingestehen und langsam loslassen lernen.

  2. Sandra Klamminger

    Hallo Bernhard!!!
    Das was Du da von Dir gibst da gebe ich Dir total recht!!!Ist wircklich total krass wie sich die Zahlen (Drogenmarkt) erhöht hat!!! Aber ich frage mich wer da schuld ist!!! Sind es die Süchtigen, die schon lange auf die Freigabe von Cannabis und Heroin kämpfen oder sind es unsere Politiker?! Na ja, über das lässt sich wahrscheinlich streiten aber trotzdem, dass was man heut zu tage alles macht mit den Süchtigen ist auch nicht so ganz das wahre!!!
    Na klar, dass war immer schon so und wird auch immer so bleiben solange sich in Österreich-Vorarlberg nicht bald was tut!!!
    Also Bernhard, machs gut und bis bald!!!
    Liebe Grüsse Verein “Starke Süchtige”

  3. Verein "Starke Süchtige"

    Hallo Bernhard!!!
    Das was Du da von Dir gibst da gebe ich Dir total recht!!!Ist wircklich total krass wie sich die Zahlen (Drogenmarkt) erhöht hat!!! Aber ich frage mich wer da schuld ist!!! Sind es die Süchtigen, die schon lange auf die Freigabe von Cannabis und Heroin kämpfen oder sind es unsere Politiker?! Na ja, über das lässt sich wahrscheinlich streiten aber trotzdem, dass was man heut zu tage alles macht mit den Süchtigen ist auch nicht so ganz das wahre!!!
    Na klar, dass war immer schon so und wird auch immer so bleiben solange sich in Österreich-Vorarlberg nicht bald was tut!!!
    Also Bernhard, machs gut und bis bald!!!
    Liebe Grüsse Schriftführerin mit Anhang

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