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Zukunftsprojekt “Lernende Region Vorarlberg”

04.01.2010 | Keine Kommentare

1. Der Zugang zur Hochschule auch ohne Matura oder Berufsreifeprüfung
Allein das Interesse des Auszubildenden und eine abgeschlossene Lehre muss für eine Zugangsberechtigung genügen. Zudem wird sich auch das Bild des akademisch ausgebildeten Personals ändern, denn auch hier ist der Neuerungsprozess im Gange, der das klassische abgeschlossene Studium zugunsten eines mobilen ständig veränder- und erweiterbaren Baukastens verdrängen wird. Die Vorarlberger Fachhochschule als Beitrag zum Zugang zum Studium ohne Matura hat sich in das Gegenteil verwandelt. Mit der Integration der Sozialakademie ist selbst für diesen Sozialberuf nun Matura notwendig. Damit wird ein Teilbereich des Arbeitsmarktes - wie in anderen Bereichen auch - abgeschottet.

2. Open Access
Veröffentlichung der Vorlesungen und Skripten im Internet, wie dies amerikanische Unis bereits tun, und Forcierung einer internetgesteuerten Fern- Aus- und Fortbildung. Schaffung einer internetbasierten allgemein zugänglichen [Volks-]Hochschule mit Baukastenausbildung.

3. Feudale Titelmanie
Abschaffung der akademischen Titel, nicht nur weil sie die überholte Illusion nähren, damit sei eine Ausbildung abgeschlossen, sondern weil sie akademische Ausbildung auf die Erlangung eines Statussymbols reduzieren. Der akademische Titel als Teil des bürgerlichen Namens in offiziellen Dokumenten eingetragen, ist ein feudales Überbleibsel.

4. Kinderförderung
Forcierung der Ausbildung in Kindergarten und Grundschulen insbesondere im Hinblick auf Mehrsprachigkeit und Förderung in ganztätigen Betreuungsformen. Migrantenkinder sollten bei entsprechender Zahl auch in ihrer Muttersprache ausgebildet werden. Ein Kapital, das bislang sträflich vernachlässigt wurde: Dies würde im Hinblick auf die EU-Erweiterungen erhebliche Vorteile für Vorarlberger Wirtschaftsbeziehungen bringen. Jedes Kind, das keine angeborene und unbehebbare Behinderung hat, muss grundsätzlich jenen Bildungsstandard erreichen, den man heute mit einem Maturazeugnis belohnt.

5. Wirtschaftsunterricht
Vorarlberg hat kein eigenes wirtschaftskundliches Realgymnasium. Ausgerechnet in einem Land, das offiziell immer als “wirtschaftsfreundlich” verstanden werden will. Das ist ein Mangel der umgehend beseitigt werden muss. Angesichts der Globalisierung gäbe es hier ein umfassendes modernes Ausbildungsprogramm das über die herkömmliche “Warenkunde” hinausgeht.

6. Ein Konzept einer “lernenden Region Vorarlberg”
Mithilfe von Selbstlernprogrammen sollen Sprachen, Technik, Wissen und PC-Anwendungen gelernt, geübt oder vertieft werden . Für Lernende jeden Alters [von Pflichtschülern bis zu den Senioren]sollen Selbstlernzentren für individuelles Lernen und Üben oder für die Kurs-Nacharbeit in allen regionalen Zentren des Landes zur Verfügung stehen: Computergestützte Räume mit Lernsoftware und Moderatoren um individuelles Lernen und Üben oder Kurs-Nacharbeit zu ermöglichen.

Lernen sollte auch an neuen Lernorten, die nicht nach “Schule riechen” stattfinden können. Es geht dabei nicht um Diplome, sondern um die Bewältigung des Wandels, des Strukturwandels. Wenn das lebenslange Lernen aller wirksam gefördert werden soll, dann müssen die laufenden Bildungsveranstaltungen ausgebaut und erweitert werden.

Dabei darf man sich nicht nur auf traditionelle Formen des organisierten Lernens konzentrieren, sondern muss weiter ausholen und alle Formen menschlichen Lernens einzubeziehen versuchen. Die so genannten “Bildungsfernen” und “Weiterbildungsmuffel” darf man dabei nicht einfach als Nichtlerner definieren. Auch die Menschen, die aus ganz verschiedenen Gründen mit den heutigen organisierten Bildungsangeboten nicht zurechtkommen, lernen in ihrem Lebens- und Arbeitsalltag, sie lernen nur auf andere mehr informelle Weise.

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