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Drogenkonsumräume her, aber subito!

05.05.2010 | 9 Kommentare

Nachdem im Dornbirner Bürgerforum bezüglich der Nähe des Ex & Hopp zur neuen Ausweichschule eine heftige Diskussion entbrannt ist, will ich nun zum Thema Drogenkonsumräume Stellung beziehen. Wir fordern schon seit Beginn der 90er Jahre die Implementierung von Räumen, in denen unter sterilen Bedingungen mit fachlicher Aufsicht Drogen konsumiert werden. Das Ziel dabei ist es, problematischen bzw. hochriskanten Drogenkonsum und einher gehende Folgeschäden bei Suchtkranken oder Suchtgefährdeten zu verringern. Dazu gehören insbesondere Infektionskrankheiten und Überdosierungen. Nur wenn drogenabhängige Menschen ihre Sucht mit geringstmöglichen Folgeschäden überleben, besteht überhaupt die Chance einer erfolgreichen Behandlung.

Die Anrainer stellten auch dem damaligen Landesstatthalter Bischof, dem zuständigen Regierungsmitglied für Gesundheit die berechtigte Frage, warum zwar Spritzen ausgegeben werden, aber der Konsum in den Räumen des Ex & Hopp verboten sei. Eine nachvollziehbare Antwort haben sie keine bekommen.

Insgesamt wurden über die Spritzenautomaten in Hohenems, Dornbirn und Lusteau, sowie im Ex & Hopp im Jahre 2009 90.000 Spritzen abgegeben bzw. getauscht. Da ja der Konsum in unserer Stelle verboten ist kommt es vor, dass im Umfeld konsumiert wird und vereinzelt Spritzen gefunden werden. Trotz verstärkter Kontrollen ist dies nicht zu hundert Prozent auszuschliessen. Wir können ja nicht hinter jeden Konsumenten eine Betreuungsperson stellen.

Licht im Tunnel!

Nun wird unserer Forderung nach Drogengebrauchsräumen endlich nachgekommen. Das Bundesministerium für Gesundheit arbeitet derzeit an einem Grundsatzpapier “Harm Reduction - Schadensminimierung im Rahmen der Drogenhilfe aus gesundheitspolitischer Sicht”. Dort wird explizit die Schaffung von “Medizinisch, sozialarbeiterisch und psychologisch betreuter Injektions- bzw. Konsumräume (für intraveösen, nasalen oder inhalierenden Gebrauch) gefordert. In Österreich und speziell in Vorarlberg braucht es eben Dekaden, damit die Praxis über die Moral siegt.

Euer Bernhard

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9 Kommentare

  1. Jokees

    Schweiz:
    Straffreicheit für Kosum von harten Drogen und Canabis!

    Lieber Bernhard

    ich habe heute dem 7. August von der Überlegung der Schweizer gelesen und finde, daß die sich auf dem richtigen Weg befinden!

    Die Idee, daß der Konsum von Canabis oder harten Drogen nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird, find ich gut durchdacht! Denn die Gesellschaftsdrogen Nummer 1, wie Alkohol, Tabak oder Tabletten, werden auch lega an jederman frei angeboten und verkauft! Dabei verdient der Staat auch noch den größten Teil durch die Steuern! Durch die Entkrimminalisierung, würde auch die Beschaffungskriminalität zurück gehen! Dazu kommt, daß Canabis Konsumenten und Süchtige wieder leichter in die Gesellschaft und ins Arbeitsleben integriert werden könnten! Zur Zeit ist es doch so, daß ein Mensch der wegen demKonsum von den noch illegalen Drogen angezeigt wird und eine Haftstrafe bekommt, seinen Job verliert! Und nachdem er seine Strafe abgesessen hat, ist die Aussicht auf eine neue Arbeitsstelle, mehr als schlecht! Denn welcher Arbeitgeber stellt gerne jemanden ein, der wegen Drogenkonsum vorbestraft ist? Ich finde, daß sich die Schweizer auf dem richtigen weg befinden! Es wird Zeit, daß auch unsere Politiker und Leute wie Prof.Dr. Haller einen neuen Weg einschlagen! Oder zumindest in Betrachtung ziehen!
    Natürlich soll das nicht auch bedeuten, daß Dealer, die sich an der Sucht - Krankheit der anderen bereichern, nicht weiterhin verfolgt und auch bestraft werden!
    Den Dealern könnte man einen Strich durch die Rechnung machen, wenn es neben den Substitutionsprogrammen, auch eine staatlich kontrollierte Heroinabgabe in geschützten Räumen geben würde!
    In Deutschland und der Schweiz gibt es mittlerweile solche überwachte Abgaben im Testlauf! Und bisher hat man nur positive Ergebnisse erziehlt! Heroinsüchtige gehen vor der Arbeit zur Abgabestelle und gehen dann wie jeder andere ihrer Arbeit nach! Dazu kommt auch noch, daß in diesen geschützten Abgabestellen frische Spritzen ausgegeben werden und dadurch die Ansteckungsgefahr von HIV und Hepatitis C nur noch sehr gering ist! Tote gibt es durch das staatliche Heroin auch keine! Denn meist, vor allem bei uns in Vorarlberg, sterben die Leute nicht an der besonders guten Qualität(die zwischen 15 und 30% im Schnitt beträgt) Sondern an den diversen Pülverchen oder Tabletten, die von den Dealern meist im Verhältnis 1 zu 3 dazu gemischt werden! Und wenn man Heroin erwischt, das mit Schlaftabletten gestreckt ist, spielt der Körper nicht mehr mit und man kann daran sterben!
    Ich kann nur hoffen, daß bald auch in Vorarlberg - Österreich umgedacht wird!
    Es grüßt euch

    Jokees

  2. MCU

    Fairness

    Ist ja schön und recht, wenn wir in Österreich auch ein Loch hätten aus dem 800.000liter Öl am Tag raussprudeln würden, dann könnten wir darüber reden, ob man so eine Einrichtung einführen würde.

    Aber unser unverschließbares Bohrloch befindet sich im Saatsbudget.

    Ich möchte Menschen mit Drogenproblemen nicht an den Rand drängen, Beratung etc. alles in Ordnung, auch die Diskussion um die Ausweichschule verstehe ich nicht.

    Aber so lange Menschen die ein Leben lang gearbeitet haben, nicht Menschenwürdig gepflegt werden können, so lange Angehörige von Pflegebedürftigen fast mit zugrunde gehen, und vor massive Psychische und Finanzielle Belastungen gestellt werden.
    So lange man sich modernste Vorsorgeuntersuchungen (Brustkrebs, Prostata usw.) oft nicht leistet.

    So lange halte ich es für Unfair weiteres Steuergeld in Drogenkonsumräume etc. zu investieren.

    Gruß

  3. bengel12

    Hallo Bernhard - Dein Ansinnen nach benannten Räumen ist also mal wirklich zum Andenken bestimmter Persönlichkeiten - jedoch - ich kannte Herrn Bischof Hans-Peter - aber ob Dein Ansinnen, so glorreich es auch sein mag - dem Herrn Stadthalter Markus Wallner zum “Andenken” anregt ist meiner Meinung nach äußerst fraglich…?

    mfg.

    Karl Lindenthaler

  4. Jokees

    Lieber Bernhard!
    Ich habe vor 2 Jahren von Beratungsstellen in Feldkirch zu euch gewechselt und bin mehr als zufrieden. Was ich vorher nicht behaupten konnte!
    Ich find es spitze wie du und dein Team sich anstrengen die best möglichen Angebote und Lösungen zu finden!
    Viele der Kommentare die ich lese, find ich blauäugig! Denn wieviele der Eltern von kleinen Kindern wissen was später auf sie zu kommt! Meine Eltern glaubten auch, daß sie mich so erzogen haben, daß sowas nicht passieren kann! Ich hatte ne Traum-Kindheit! Und trotzdem bin ich in diese Szene abgerutscht! Und die Eltern bemerkten es erst zwei Jahre später!
    Dem EX & HOP Team danke ich herzlich für die super Betreuung!
    Und den Eltern von kleinkindern und Jugendlichen kann ich nur sagen, daß nur regelmäßige Harntests eine 100 protzentige “Überwachung” der Sprößlinge gewährt! Aber wer will schon die Freiheit der Kinder und Jugendlichen so einschränken!
    Darüber sollten die Eltern mal nach denken!

  5. pepi2

    Ich sag Dir was, ich hab nix dagegen, wenn Du und Deine Freunde kiffen etc…, ich bin aber dagegen, dass solche Leute für die Heilkosten ihrer aus ihren Lebensgewohnheiten resultierenden Krankheiten selber aufkommen sollen bzw. höhere Versicherungsbeiträge zahlen sollen.

  6. montana77

    Hallo an alle

    Meine meinung und die der meisten verfassungsgesetze der länder denken human, sprich ein gestz beschützt eine sache,menschen,umwelt….
    doch eines ist erlaubt und das wird immer so bleiben, das ist selbstmord, bzw. durch eigen selbstzerstörung seines eigenes körper was mit dem ziel auf sich nimmt den tod dürch einnahme von substanzen zu vermischen.
    werkzeuge sind wie drogen,
    also ist es sozial und das immer bleibende recht sich zu töten.
    würde gerne zusammen die ersten sein die durch vereine diese angelegenheit platzieren und in die praxis umsetzen.

  7. agente

    find i gar net so schlecht … denn wissan dia lüt wenigstens wo se sich an setza könn mit frischam bsteck ! obs was bringt stellt sich denn eh ussa wenns so wiet isch .

  8. yvy_7

    wann bekomme ich vieleicht mal zu lesen:

    “danke bernhard!”
    z.b.:
    danke, dass du dich für mich, für mein kind, für meine schwester, für meinen vater oder für wen auch immer eingesetzt hast?

    anstatt stupiden geistigen “dünnpfiff” in bezug auf sein äusseres zu posten?? ^^
    ;)

  9. DaAff

    Der Emser Zottelbär ist mir einer, wenn ich jetzt was sage dann kommt er sicher bei mir vorbei!!!

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