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Transmitterfestival Schwerpunkt “Freiräume”

08.06.2010 | 3 Kommentare

Im Jahr 2008 haben junge AktivistInnen ein ÖBB-Gebäude in Feldkirch besetzt mit der Forderung auf Implementierung eines autonomen Kultur- und Kommunikationszentrums im Rheintal. Hintergrund dieser berechtigten Forderung ist die Tatsache, dass sich die „kleinen“ Kulturveranstalter aus organisatorischer und inhaltlicher Sicht zunehmend institutionalisierten und professionalisierten. Dies geht zu Lasten der ursprünglichen Forderung nach Selbstverwaltung (möglichst viele aktive Menschen an den Entscheidungen beteiligen) und Selbstorganisation. Beispielsweise hat sich der Spielboden an die Wirtschaft angepasst und nicht an die Bedürfnisse der betroffenen Kulturproduzenten, was beispielsweise die Umwandlung des Vereins in eine GmbH anbelangt. Weiters reduzieren sich die alternativen Kulturzentren auf den Einkauf von Programmen, sodass für produzierende Kultur „von Unten“ kein Platz mehr ist bzw. überhöhte Mieten den Zugang versperren. Natürlich haben diese betroffenen Zentren ihre Berechtigung, jedoch ist für heimische Kulturschaffende offensichtlich kein Platz mehr. Auch in der Offenen Jugendarbeit hat eine „Überbravung“ gegenüber Gemeinden und Land stattgefunden. Pädagogik statt Politik ist hier die Devise. Der notwendige zivilgesellschaftliche Politdiskurs fehlt auf weite Strecken. Man akzeptiert unsinnige Vorgaben der Subventionsgeber, damit die Kohle stimmt. Je mehr Kohle, desto mehr Auflagen und Einschränkungen. Vorarlberg bebt vor Stille.
Nach der Besetzung in Feldkirch wurde eine Arbeitsgruppe mit VertreterInnen der Initiative, dem Gemeindeverband, der Landesregierung und „szeneaffinen“ Menschen ins Leben gerufen. Ganz nach dem Motto: „Wenn ich nicht mehr weiter weiss, gründ ich einen Arbeitskreis!“ Hier haben die Offiziellen in der Folge herumlamentiert, unrealisierbare Vorschläge diskutiert und bis heute ist nichts passiert. Dabei stehen gerade im Rheintal eine Reihe von leeren Fabriksgebäude herum und warten auf Belebung. Es darf ja gar nichts kosten, denn wir haben ja kein Geld, so die politisch Verantwortlichen. Aber die €50 Mio. Mehrkosten für den Achraintunnel sind ja kein Problem. Damit kann ich ein autonomes Kulturzentrum für mehr als 200 Jahre finanzieren. Es fehlt einfach – noch - der Wille unserer netten politischen RepräsentatInnen für die Umsetzung dieses Zentrums. Also weiterhin die Schnarchnase aufsetzen und den jungen AktivistInnen erklären, wieso vorgeschlagene Projekte nicht umgesetzt werden können. Halt wie immer, ein Kampf auf dem Millimeterpapier.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren haben wir das Soundprogramm ausgeweitet und auch heimische Bands engagiert. Die Bandbreite geht vom old school punk über Crust, Grind, Psychobilly, Oi, Ska, Trash, Metal (Stoner, Celtic, Street, Experimental) bis zu Hardcore. Musikalischer Höhepunkt wird das Soundwochenende im Dornbirner Messegelände sein.

Also Arsch hoch und am 18. und 19. Juni in die Messehalle 8a kommen!

Euer Bernhard

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3 Kommentare

  1. Jokees

    Ich finds gut, daß du dich so einsetzt! Leider stoßen deine Argumente meist auch auf taube Ohren! Genau so, wie wenn wir selber uns zu diesem oder anderen Themen äußern!
    Wie du schon geschrieben hast, wird viel geredet aber nix getan!
    Und wenn man so ne leere Halle zur Verfühgung stellen würde, wären sicher genug freiwillige die beim Umbau helfen und das Land nix kosten würden!
    Aber egal was für Vorschläge man macht, auch wenn es ein Masterplan wäre, würden die Politiker dagegen arbeiten! Ich hab das Gefühl, daß sie Angst haben die Kontrolle zu verlieren!
    Man kann nur auf ein Umdenken in der Polit-Landschaft hoffen!

  2. norgas

    Gratuliere Bernhard! Ohne dich wäre die Politiklanschaft noch viel langweiliger.

  3. forever

    Transmitter ist einfach am Puls der Zeit !!! Gratuliere Bernhard Amann with Crew !!!

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