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Die Zeitungsente badet im Sommerloch und der Grubenhund jault regelmäßig aus dem Landhaus

19.07.2010 | Keine Kommentare

Der Grubenhund ist der österreichische Bruder der Zeitungsente. Der Begriff geht auf den Wiener Ingenieur und Publizisten Arthur Schütz zurück. Er schrieb an eine Wiener Zeitung. nach einem Erdbeben:

„Völlig unerklärlich ist jedoch die Erscheinung, dass mein im Laboratorium schlafender Grubenhund schon eine halbe Stunde vor Beginn des Bebens auffallende Zeichen größter Unruhe gab.“ Das was als siebter Sinn der Hunde da berichtet wurde war in wirklichkeit nichts anderes als ein Bergwerkswagen, eine “Hundte” umgangssprachlich eben “Grubenhund”.

Einen solchen Grubenhund versendet die Vorarlberger Landeskorrespondenz Monat für Monat: “Preise um 1,9 Prozent gestiegen” berichtet die Vorarlberger Landeskorrespondenz mit dem Untertitel “Aktueller Kostenindex-Bericht der Landesstelle für Statistik”. Der Bericht wird hier auf VOL ebenso wiedergegeben wie etwa im Liechtensteiner Volksblatt. Der ORF schreibt gleich: “Das Leben in Vorarlberg ist im Jahresvergleich wieder teurer geworden.”

Worüber der Grubenhund laut bellt, ist dieses: Nur der Experte erkennt, dass diese Preissteigerung die aus dem Vorarlberger Landhaus per Presseaussendung der Welt verkündet hat, mit Vorarlberg genau so viel zu tun hat wie etwa mit Mistelbach, Hintertupfing oder Lassnig, denn was hier als Vorarlberger Inflationsrate verkauft wird, das ist seit über fünf Jahren nichts anderes als die Preissteigerungsrate Österreichs. die bei der Austria Statistik in Wien berechnet wird.

Doch nicht genug davon. Im Bemühen die Medien nur mit guten Nachrichten aus Vorarlberg zu füttern, hat man just am selben Tag folgende mit Holzwolle gemästete Zeitungsente verschickt:

“Insgesamt haben 1.442 Schülerinnen und Schüler oder 89 Prozent (Vorjahr ebenfalls 89 Prozent) die Matura im ersten Anlauf bestanden.

Für 184 (elf Prozent) heißt es im Herbst oder Frühjahr noch einmal antreten. Sehr erfreulich ist, dass auch heuer wieder 17 Prozent einen “ausgezeichneten Erfolg” und 19 Prozent einen “guten Erfolg” (Vorjahr: 17 Prozent) erzielen konnten.”

Die Zahlen sagen in Wirklichkeit folgendes: Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, dass damit in Vorarlberg auch heuer wieder - wie schon im vergangenen Jahr - am meisten Kinder bei der Matura durchgefallen sind und dass auch fast 200 Kinder weniger zur Matura erst angetreten sind als vor einem Jahr. Das sind sage und schreibe 20 Prozent minus und dabei war auch hier Vorarlberg schon im vergangenen Jahr das absolute Schlusslicht.

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