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Militärisches Sperrgebiet!

28.07.2010 | 6 Kommentare

Wo sind sie geblieben? Die Freiräume für junge Menschen. Unter dem Deckmantel “Verordnungen zum Schutz öffentlicher Flächen” werden öffentliche Plätze sukzessive zu Überwachungs- und Verbotszonen erklärt. Dies gilt für Parks, Bahnhöfe, Schulgelände, Kinderspielplätze, öffentliche Flächen, Uferbereiche von Seen und Flüsse e.t.c., also jene Gebiete, auf denen sich Jugendliche und junge Erwachsene gerne aufhalten. Nach Inkrafttreten dieser Verordnungen werden die betroffenen Räume quasi zu militärischen Sperrgebieten erklärt, welche durch die Polizei oder den leidigen Securitys intensiv überwacht sind. Was folgt ist eine Flut von Anzeigen und Wegweisungen. Schon eine Glasflasche im Rucksack ist strafbar. Es gibt immer weniger Plätze, auf denen sich junge Menschen ohne Konsumzwang treffen können. Kaum sind sie dort, wird werden sie überwacht, gemaßregelt, bestraft und vertrieben. Natürlich mit den entsprechenden Umgangsformen. Auch die Offene Jugendarbeit stellt verstärkt auf Projekt-, Gruppen- und Clubbetrieb zu Lasten des offenen Betriebs um. Die ursprüngliche Idee der Jugendzentren als Treffpunkt für Jugendliche in unverbindlicher lockerer Atmosphäre ohne Konsumzwang zu fungieren, fällt zumindest teilweise weg. Alles in allem erzeugt der Umgang mit Jugendlichen durch die “Gesellschaft” ein Gefühl der Unerwünschtheit. Damit werden aus juveniler Sicht Politik und Institutionen mehr und mehr unglaubwürdig. Die Mitbestimmungsmodelle entpuppen sich als Pseudoaktionen, die keine Veränderungen im Sinne der Jugendlichen bringen. Hauptsache die Fassade passt! Kein Wunder, dass Komasaufen und Zudröhnen IN sind. Wir leben in einer Zeit der Überreglementierung in der jeder Abweichung gleich ein Gesetz folgt und damit suggeriert wird, dass das Problem absorbiert sei. Und diesem Blödsinn wird noch Glauben geschenkt. Die Frage ist nur, wie lange noch?

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6 Kommentare

  1. MCU

    Natürlich respektiere ich Ihre Meinung, Herr Ammann, aber in diesem Fall sehe ich das ganz anders.

    PUNKT1:
    Die Jugend die jetzt heranwächst ist UNSERE ZUKUNFT, die Mütter und Väter von Morgen, die Entscheidungsträger, die Facharbeiter das Wirtschaftliche, Soziale und Geistige Kapital der betreffenden Gegend. Ich weiß nicht wieso man mit aller Gewalt einen Anarchietrip wecken und fördern will. Hier geht es um JUNGE MENSCHEN, und nicht um Tiere oder eine Spezies für die der WWF zuständig ist. Man kann ihnen zumuten sich in ein bestehendes System halbwegs einzufügen.

    PUNKT2:
    Ich kann die Aussage nicht mehr hören es gäbe keinen Platz, keine Freiräume. Bund, Land und Gemeinden investieren Unsummen in den Sportstättenbau, Modernisierung und Erhaltung grad in Dornbirn darf man die Neu und Umbauten in Hatlerdorf FC, bei der Admira, und FC (Birkenwiese) nennen um nur bei Fußball zu bleiben, auch gibt es schöne Freizeitanlagen die nicht Verreinsgebunden sind Skater Plätze, Plätze für Tennis, Beach Volleyball, Rollhockey eigentlich alles. Und “Freifläche” um sich aufzuhalten gibt es bei uns wohl genug wenn ich an die Wälder und Rieder denke, wenn man ein Mindestmaß von Anstand und Hausverstand vorweist dann geht das Problemlos, es gehört zum Heranwachsen dass man ein Gefühl dafür entwickelt dass man nicht überall wo man grad geht und steht Feuer machen, Grillen, oder Müll wegwerfen kann. Dass man mit mit öffentlichen Geldern keine Vandalismus und Gammlerstadien baut, das ist schon auch klar oder.

    PUNKT3:
    Überwachen und Maßregeln, ich fühle mich nicht durch die Anwesenheit eines Polzeibeamten gestört, ich bin 1986 geboren also auch noch nicht uralt, aber dass das stetige Zumüllen ganzer Landstriche irgendwie verhindert werden muss, das ist schon klar, und Schlägern, Drogenkonsum und oder Handel, Gefährlicher Umgang mit Feuer gerade in der Natur wenn es trocken ist, das wird halt beanstandet, ich weiß nicht wo da das Problem sein soll. Wenn man sieht wie viel Müll herumliegt, und wie viele Bushaltestellen demoliert sind, wie oft Mülleimer brennen, etc. dann habe ich nicht das Gefühl dass wir zu viel Polizeipräsenz haben, wobei dieses Thema natürlich nicht nur Junge betrifft.

    Gruß

  2. bregenzer23

    Es soll sehr wohl für die Jugend Freiräume geschaffen werden. Aber ob gerade die neu errichtete Moloanlage der richtige Platz dafür ist, zweifle ich. Tatsache ist, dass sie den Müll einfach liegen lassen und selbst auf Aufforderung/Erinnerung, doch die Flaschen usw. in den Müllkübel zu geben, lachen und einfach in die Wiese werfen. WennSie das richtig finden so ist das Ihre Ansicht von Sauberheit.Stellen Sie sich doch einmal vor, alle wüürden dies so machen. Es gibt Regeln in der Gesellschaft und die Randgruppen müssen sich halt auch daran halten.

  3. gsigsi

    Ich bin eigentlich kein Fan von IHnen Herr Amann, aber hier haben SIe recht. Ich sage sogar dass es bei uns eine 2-Klassen-Gesellschaft gibt. Schauen wir doch in die Tageszeitungen, wo die Adabeis und die Möchtegernpromis aus Vlbg mit ihren langstieligen Weingläsern in die Kamera lächeln und ihre Alkoholsucht unter dem Deckmäntelchen “Weindegustation” verstecken. Auf der anderen Seite die Jugend verpönen, wenn sie sich volldröhnen - dabei haben sie nichts anderes vorgelebt - nur etwas feiner.
    Oder die Molo, wo plötzlich die Jungen verjagt werden, es sollen die feinen Festspielgäste doch nicht schockiert werden. Dabei sind es deren Söhne und Töchter !
    Falsch und verlogen so ist unser sauberes Ländle, und dann sollen die Jungen nicht frustriert sein ?

  4. dachte

    Ihre Beiträge können nicht ernst gemeint sein, sie machen sich damit lächerlich!

  5. kur

    S.g. Hr. Amann,

    auch wenn Sie in Ansätzen recht haben mögen, ändert es nichts an der Tatsache, dass gerade einige von jenen Gruppierungen sich über diese Regelementierung aufregen, die sich in aller Regel über die Verordnungen hinwegsetzen.

    Sind gerade sie es, die sich durch ihr uneinsichtiges Verhalten die Ablehnung durch die Behörden und Bevölkerung zuziehen.

    Sie sind es, die ihren Müll liegen lassen und im Suff die Glasflaschen zerdeppern; ist doch eine riesen Hetz …!

    Aber dieser - wenn auch geringe - Prozentsatz ruft die Behörden auf den Plan um die Sicherheit der übrigen “normalen” Bürger zu gewährleisten.

    Gehen Sie mal nächtens an den Rohrspitz, wo die Familie Salzmann etliche Feuerstellen samt Feuerholz errichtet hat; zur freien “Inbeschlagnahme” … und beobachten da, wie “die Post abgeht”!

    Dann kommen Sie nochmals am nächsten Tag gegen Mittag vorbei (wenn die Komasäufer vielleicht schon etwas ausgeschlafen haben) und sehen sich das Ergebnis des nächtlichen Treibens an. Sie werden folgendes finden: zerschlagene Bier- und Schnapsflaschen, angesengte Plastikflaschen, -tüten, -verpackungen usw. Ganze Packungen (angerissene und noch verschlossene) Bratwürste, Brot; z.T. im Feuer, z.T. um die Feuerstelle herum und noch alle möglichen anderen Grillutensilien.

    Und zum krönenden Abschluß habe ich auch schon die abgefackelte Doppelsitzbank mitten in der Feuerstelle gesehen; so quasi als Dank an die Familie Salzmann für den Grillplatz.

    Und genau diese Gruppen müssen Sie zur Rechenschaft ziehen und nicht jene Stellen, die für ein geordnetes Miteinander sorgen wollen.

  6. AntonMayr

    Militärisches Sperrgebiet? Was reden Sie da? Lesen Sie Ihre eigenen Texte auch mal durch? Abgesehen von lehren Worthülsen, die den unendlichen Weiten sogenannter linksintellektueller Stumpfsinnigkeit entspringen geht Ihr Text vollkommen an der eigentlichen Problematik vorbei.
    Ich stimme Ihnen prinzipiell schon zu, dass eine Überreglementierung stattfindet. Aber das was Sie beschreiben klingt wie ein faschistischer Polizeistaat. Im übrigen eine typische linke Reaktion auf Gesetze, Regeln und Verordnungen.

    Ich habe auch schon Strafe bezahlt für eine Glasflasche in den Seeanlagen. Wenn Sie aber ein einziges Mal Barfuß mit ihren Kindern dort spazieren waren und die sich die Fußsohle aufgeschnitten haben, dann denken Sie anders darüber, das kann ich Ihnen versprechen. Und das Glasverbot ist nur die Spitze des Eisbergs!
    Unsere Gesellschaft braucht Regeln für ein besseres Miteinander, denn der Einzelne profitiert auch durchaus dadurch. Regeln sind nicht immer schlecht!

    Ein simples Beispiel dafür ist die Ampel an der Kreuzung: Sie bleiben bei Rot stehen. Sie stellen Ihre eigenen Bedürfnisse zurück und geben ihre Entscheidungsfreiheit auf. Sie unterwerfen sich den Regeln der Straßenverkehrsordnung. (Ihrer Definition nach wäre eine rote Ampel also ein faschistisches, militärisches Sperrgebiet) Sie erhalten aber im Gegenzug dazu etwas weit aus Wertvolleres! Sicherheit im Straßenverkehr. Flüssigerer Verkehr. Weniger Unfälle. Weniger Tote.

    Das ist nur ein kleines Beispiel. Tatsache ist aber, dass Sie für jede Regel, für jedes Gesetzt, für jede Verordnung etwas zurückerhalten.
    An Ihnen liegt es, ob Sie Positives darin erkennen wollen, oder ob Sie grundsätzlich alles als Negativ ablehnen.

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