Home / Allgemein / Wussten Sie, dass Vorarlbergs Senioren die kleinsten Pensionen bekommen?

Wussten Sie, dass Vorarlbergs Senioren die kleinsten Pensionen bekommen?

30.09.2010 | 3 Kommentare

Die Vorarlberger Pensionseinkommen waren auch 2009 die niedrigsten in ganz Österreich. Sie werden, wenn die Statistiken für 2010 vorliegen werden, wieder die niedrigsten Österreichs sein, weil sie das schon seit Jahren sind. Doch das interessiert in Vorarlberg so gut wie niemanden aus der “politischen Elite”.
Die reden lieber über das Wetter und die Burka und herzeln sich im Facebook. In konservativen Kreisen und konservativen Jugendorganisationen verlangt man gar, dass die Pensionsanpassung niedriger als die Inflationsrate sein müsste. Die Pensionisten, also unsere Eltern und Großeltern, so meinen sie, müssten einen Beitrag leisten. Als ob sie nicht schon unseren Kindergarten, unsere Schulen, unser Bäder und Sportstätten, unser Hochschulen, Theater und Straßen finanziert hätten. Dieses Gerede schadet den Vorarlberger Senioren am allermeisten.
Aber sie haben alle gute Experten im Rücken, die mit täglich neuen Horrorzahlen über die Pensionssicherheit reden. Jeder einzelne dieser Experten verdient soviel, dass er nie und nimmer mit der gesetzlichen Höchstpension das Auslangen finden würde. Und diejenigen, die sich für fortschrittlich halten, wollen die Pensionsgerechtigkeit dadurch herstellen, dass sie die “oberen” Pensionen köpfen. als ob diese Menschen, die zwar nicht arm sind, reich wären, wenn sie die gesetzliche Höchstpension erhalten, für die sie ja auch die Beiträge einbezahlt haben. Es können in Vorarlberg auch nur wenige sein, welche die gesetzliche Höchstpension von rund 2.800 Euro erhalten, wenn die Vorarlberger Durchschnittspension aus Alter (nicht etwa vorzeitig wegen Krankheit oder Invalidität) gerade mal magere 1115 Euro beträgt.
Und etwas gehört zum politischen Einmaleins: Gerechtigkeit ist nicht über das Pensionssystem sondern über die Steuern zu erreichen. Aber dort wollen es genau die selbsternannten “Pensionsreformer” nicht, denn da würden wohl sie zur Kasse gebeten und müssten endlich den von ihnen ausstehenden Beitrag zum Generationenvertrag leisten.
“Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt” heißt das Gebot schon im Alten Testament. Mit der Ehre für die Eltern war wohl keine jährliche Geburtstagskarte gemeint, sondern die Achtung vor ihrer Lebensleistung, die unseren Wohlstand und unsere Zukunft erst möglich gemacht hat, eine Achtung die uns verbietet, die Eltern und Großelterngeneration um das Selbstverständliche betteln zu lassen. Aber von diesem Gebot redet auch keiner von denjenigen, die meinen sie müssten mit dem Christentum und dem Kreuz in der Hand gegen andersgläubige Mitbürger, gegen die Religionsfreiheit heftig und deftig werden. Wobei da sowieso außen vor bleibt, dass diese ausländischen Mitbürger mehr in unser Sozialversicherungssystem einbezahlen als sie selber herausbekommen.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Euer Bernhard

Quelle: Handbuch der österreichischen Sozialversicherung 2010 - S 112
http://www.sozialversicherung.at/mediaDB/664217_Handbuch_der_
oesterreichischen_Sozialversicherung_2010.pdf

Diskussion verfolgen

3 Kommentare

  1. anton44

    Pensionen sind kein Geschenk vom Staat, sie hängen vom Einkommen ab, Sehr viele der derzeitigen Pensionisten wurden nach den Tarifen der Textilwirtschaft bezahlt. Auch vor 40 Jahren bekam ich keine Ersatz Arbeitsstelle nach Wunsch. Die Firma hatte ein sehr gutes Betriebsklima, der Abstieg in andere Gehaltsregionen war jedoch ein Schreck.

  2. magic10

    Na, das ist mal ein Beitrag wo ich voll hinter Deinen Aussagen stehe. Weiter so, es muß jemanden geben der den ” Großen” ein bißchen auf die Füsse steht.

  3. Landrat

    Gut so! Daten und Fakten. Das kennt man sonst nicht.

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.