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Vorarlbergs verschleierte Frauenlöhne

06.10.2010 | 12 Kommentare

Die Lohn- und Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern (Gender Gap) sind in Vorarlberg am haarigsten. Es ist nicht nur so, dass Vorarlbergs Frauen in Vollzeitbeschäftigungen österreichweit am wenigsten verdienen, fast 3000 Euro im Jahr gegenüber der Durchschnittsösterreicherin und fast 7500 Euro weniger als eine vollzeitbeschäftigte Wienerin. Eine besonders dramatische Zahl ist die: Der Unterschied zwschen Frauen und Männereinkommen ist auch in Vorarlberg am höchsten! Männer verdienen um die Hälfte mehr als das Einkommen einer vollzeitbeschäftigten Frau ausmacht.

In Vorarlberg verdienen die Männer nach der Lohnsteuerstatistik 2007 um 50,2 % mehr als Frauen. In Wien sind das “nur” 31,4 Prozent. Damit hat die nicht nur wenig frauenfreundliche, sondern auch Kinder und Familien diskriminierende fundamentalistische Vorarlberger Frauen-Politik eine Zahl hervorgebracht, die sie im Global Gender Gap Report in unmittelbarer Nachbarschaft zu den arabischen Ländern stellt.

Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern – international auch Gender Pay Gap genannt – ist definiert als prozentualer Unterschied des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes von Frauen und Männern. Bei den EU-Vergleichen zum Gender Gap liegt Österreich auch denkbar schlecht, gerade noch vor Estland an vorletzter 26. Stelle. Vorarlberg wird aber - wie diese Zahlen zeigen - selbst von Estland noch um Längen abgehängt.

Die schlechtere Bezahlung der Frauen ist aber nicht einfach nur eine Lohndiskriminierung durch männliche Unternehmer, wie wir es aus den Reden der Frauenpolitikerinnen zu kennen meinen. Die Frauen sind inzwischen nämlich längst besser ausgebildet, ihr Anteil an Maturanten und Hochschülern ist mittlerweile überproportional hoch. Die von der Vorarlberger Politik geschaffene Realität ist es, die mangelnde Vorarlberger Kinderbetreuung an Schulen und in Kindergärten. Das Fehlen von Ganztagsangeboten zwingt die Vorarlbergerinnen zu nieder entlohnter Arbeit auch dann, wenn sie ganztägig zu arbeiten in der Lage sind.

Die Vorarlberger Politikelite scheint diese Zahlen nicht zu kennen oder kennen zu wollen, denn sonst würden ihre Sonntagsreden am Frauentag doch wohl anders ausschauen. Ihre Politik erst recht.

Euer Bernhard

DIE BRUTTOEINKOMMEN VON ARBEITERN UND ANGESTELLTEN IM JAHRE 2008, S. 36
http://www.arbeiterkammer.com/bilder/d93/Einkommen_2008.pdf

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12 Kommentare

  1. lausbuasigi

    also ein frisör verdient mehr als eine frisörin???? glauben sie das wirklich herr ammann haha!!!! wieder einmal eine aussage ohne plan. mein gott!! jemand der weniger verdient zahlt auch weniger steuern hallllooooooo!! unter einer grenze sogar garkeine :D denke so blöd ist das also garnicht.

    überhaupt was hat das für einen sinn…man hebt die löhne alle an…kurzfristig läuft alles doch dann werden die frauen schwanger. keine steuereinnahmen mehr und risiko für die betriebe.

    hier mal ein tip für alle frauen die reich werden wollen:
    macht doch einfach eine kinderbereuungsstätte auf!!!!!! potential ist ja anscheinend genug da oder???? dauernd wird davon erzählt ;)

    jammern, jammern, jammern und nicht vergessen legalize it…der ammann

  2. Landrat

    Ironimus, Ironimus!

    Die von dir berechnete Zahl ist schon richtig und besagt, dass die Männerlöhne über ein Drittel höher sind als die Frauenlöhne, im Durchschnitt natürlich. Aber ein Drittel höher, heißt auch nach Adam Riese, dass Männer (wieder im Durchnitt) faktisch eineinhalb Frauenlöhne verdienen.

    Auch die Frage der statistischen Parameter ist eine wichtige und richtige, wenn man aber die angegebene pdf öffnet, dann hat man sie: Die Lohnsteuerstatistik der GANZJÄHRIG und VOLLZEITbeschäftigten Frauen. Eine verlässlichere statistische Quelle wird es kaum geben, es sei denn man unterstellt, dass in Vorarlberg die Frauen (im Gegensatz zu den Männern) zu niedrig angemeldet werden.

    Die reale Sitution der Frauen in Vorarlberg müsste aber tatsächlich noch um ein paar Parameter bereichert werden: Vorarlberg hat die höchste Zahl an zwangsteilzeitbeschäftigten und geringfügig bescchäftigten Frauen. Wohl auch der Scheinselbständigen.

  3. ironimus_der_sarkastische

    also, dass Frauen weniger verdienen als Männer ist Tatsache… Bei der Statistik verstehe ich allerdings nicht genau, wie diese brechnet wurde, wenn man nämlich die Österreichwerte auf Basis der anderen Werte berechnet, dann kommt dabei ein Unterschied zu dem tatsächlich dargestellten Resultat heraus - under der Unterschied beträgt ebenso 38%

    Allerdings muss man auch sagen, dass man alle Parameter solcher Statistiken kennen sollte, was hier ja nicht gegeben ist…

    In Hinblick auf die Wahlen muss man aber sagen, dass Frauen offensichtlich nicht wichtig ist, ob sie gleich viel/wenig verdienen, wie Männer - es gibt nämlich nur 1 Partei, die diese Angleichung im Programm hat…

  4. avorarlberger

    ..das wird ja immer besser.. Männer verdienen 50% mehr???? jetzt reichts mir dann aber echt! Jeder wirft hier mit Zahlen um sich die so einfach niemals stimmen können und NIEMAND hält es für nötig seine “Berechnungen” mal offenzulegen. Wenn die Frauen alle so schlecht verdienen, WARUM kenne ICH keine davon?

  5. Landrat

    Bernhard! Weiter so. Weck die Schlafmützen auf!

  6. sunshine444

    zum thema kinderbetreueung in vorarlberg gibt es nur eines zu sagen,als alleinerzieherin ist es ein spiessrutenlaufen,das ich in den letzten zehn jahren hinter mich gebracht habe .
    punkt 1.ich möchte mein kind nicht einer tagesmutter an vertrauen,den dies ist ein reines glücksspiel,mir wurde wortwörtlich gesagt ,
    eigentlich haben wir ja keine im moment zur verfügung,aber gehen sie trotzdem mal hin ,die kleine ist ja so süss……vielleicht nimmt sie sie ja doch…..(so spricht man von einer kleinen katze,die man abgeben will)
    tja nimmt sie sie oder nimmt sie sie nicht
    und für wie lange nimmt sie sie
    was macht sie mit ihr wenn sie alleine sind ,was für eine ausbildung hat die tagesmutter ..ihr mann .. ihre kinder….
    fragen stellen dürfen sie sich nicht leisten…..nur saftig zahlen.schließlich und endlich sind die plätze rar…habe dann eine andere lösung gefunden..dann kam der ganztagskindergarten …wieder kein platz frei, die fünfzehn plätze waren belegt,musste in die andere ortschaft wechseln wo mir ans herz gelegt wurde einen antrag auf zuschuss zu stellen ,jener wurde mir aber nicht gewährt weil in unserer stadt dies nicht üblich wäre,er würde hier nicht ausgeschüttet,sondern selbst verwaltet…ergo kein platz kein geld…dann endlich einen betriebskindergarten wo bezahlbar war und den arbeitszeiten angepasst…und profesionell geführt…verschnaufpause…
    dann schule und wieder ging alles von vorne los….schülerbetreung die von hausfrauen geleitet wird, nur wer wirklich gar keine andere lösung findet nimmt jene in anspruch…..alles nur husch pfusch lösungen….
    kinder in die mitte …….kostet mich ein lächeln….schade um jeden cent der da ausgegeben wird, und nichts weiter als leeres gerede.auch scheint sich nichts geändert zu haben,vor drei monaten stand eine kollegin mit baby auf dem arm vor mir deren karenz gerade vorbei war, und die eigentlich anfangen sollte zu arbeiten,aber sie hat keine betreungsmöglichkeit gefunden oder sie war nicht leistbar….

  7. sunshine444

    es ist für mich unverständlich was für argumente hier vorgebracht werden,gegen die gleichstellung der löhne ,es wird lediglich gefordert gleicher lohn für gleiche arbeit…hier wird nichts geschenkt verlangt von niemanden….
    es werden argumente hervor gebracht wie aus den tiefsten mittelalter..
    hier wird von alimenten und unterstützung gesprochen für die frauen….
    was dabei aber übersehen wird,eine frau die gut verdient, braucht keine unterstützung weder von einem gschiedenen mann…noch vom staat…
    sie muss nicht geringfügig beschäftigt sein das man die lebenserhaltungskosten abdecken kann für die familie als zubrot zum gehalt des mannes,und inzuge dessen verzichtet sie auf eine pension oder erhält eine pension nach vierzig jahren fabriks-akkordarbeit, die der eines sozialhilfe beziehers gleicht.
    solche pensionen für frauen sind die wahrheit hier bei uns in vorarlberg und es gibt sie zuhauf…..armseelig wenn man bedenkt was diese frauen geschuftet haben
    hier handelt es sich nicht um bittsteller sondern lediglich um den gleichen lohn für die gleiche arbeit
    bleibt zu hoffen das mädchen in der zukunft mehr männerberufe wählen,und das männer auch mal beweisen können das sie ihre kinder lieben und bei ihnen zwei drei jahre zu hause bleiben können,wenn sie die fianzielle lage nicht dazu drängt….
    und noch was bernhard bravo!!

  8. rainbowwarrior

    Ohne ein verstärktes Angebot an Tageskindergartenplätzen, schon ab 2 Jahren, wird sich nicht allzuviel ändern. Die ganzen hohlen Phrasen über Großfamilie, Kinderbetreuung bis zum Schuleintrittsalter durch die Mutter etc. scheitern an der Realität. Höchste Wohnungskosten Österreich weit, im Gegensatz ist der Gehaltsdurchschnitt knapp im Österreichschnitt.
    Ohne Doppelverdienst ist oftmals kein Auskommen mehr möglich, Frauen, welche durch - an sich vernünftige - Kinderbetreuung einige Jahre aus dem ursprünglichen Beruf scheiden müssen, können anschliessend nur auf einem wesentlich niedrigen Level wieder anfangen - wenn überhaupt. Das vergessen manche (halb)schlaue Leserbriefschreiber gerne. Prinzipiell hat Amann recht - und ich bin ganz gewiss kein Grüner oder Linker. Anerkennung für diesen Rufer in der Wüste.

  9. stromauf

    Man sollte mal erfassen wieviel Geld von den Männern als Unterhalt an Frauen im Transfair bezahlt werden. Da gibts keine Statistik - leider. Eine Bekannte von mir verdient zwar im Job nur 560 Euro, kommt aber mit Förderungen, Unterhalt und Alimenten auf fast 2000 Euro. Das Geld wird in keiner Statistik jemals erfasst.

  10. Kritikus

    Vielleicht macht sich der Bernhard auch noch die Mühe, bei Uni-Absolventen eine Gegenüberstellung von Männlein und Weiblein zu machen, bei der die Studienrichtungen aufscheinen.

    Und Bernhard, beim Wort Gender allein krieg ich schon einen sooooooooooo dicken Hals.
    Etwas Dümmeres als der Gender-Wahn muss erst noch erfunden werden.

  11. georgedablju

    Bernhard Amann hält also frauen für generell zu blöd für sich die besten arbeitsbedingungen auszuhandeln

  12. Landrat

    Der Vorarlberger Politkwerbeslogan “Kinder in die Mitte” kann nur noch für das Grübchen im Elternschalfzimmer Geltung haben.

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