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Etikettenschwindel: Vorarlbergs unschuldige Wasserkraft

13.10.2010 | 15 Kommentare

Eine neue Greenpeace-Studie hat es an den Tag gebracht: Vorarlberg setzt auf Atomkraft. Greenpeace nennt das Etikettenschwindel und hat errechnet, dass das wasserkraftreiche Vorarlberg unter den Stromlandesgesellschaften den zweithöchsten Anteil an Atomstrom hat. Rund elf Prozent der Stromaufbringung der Vorarlberger Stromerzeuger kommt aus Atomkraft. Das wasserkraftarme Burgenland hingegen kann 100 Prozent der Stromaufbringung mit Wasserkraft decken.

Marodes Atommüll-Lager

Dabei hat diese Studie einen Schönheitsfehler. Sie hat lediglich den Strom aus dem Stromhandel der Landesgesellschaften geprüft. Fakt ist aber, dass der größte Anteil des Stromimportes Vorarlbergs nicht über die Strombörsen erfolgt. Der Strom für unsere Pumpspeicherwerke wird - angeblich “wertgleich” - mit dem weltgrößten Atomkonzern, der französischen EDF über ihre Tochtergesellschaft Energie Baden-Württemberg (EnBW) abgetauscht. Die Stromaufbringung der EnBW erfolgt zu 45 Prozent aus Kernenergie und zu 31 Prozent aus fossilen Energieträgern. Also lässt sich schon mit dem kleinen Einmaleins ermitteln, wieviel Atomstrom in Vorarlbergs Wasserkraft steckt. Doch auch diese Rechnung darf nochmals korrigiert werden, denn zwischen Stromlieferung aus den Atomkraftwerken der ENBW und der Erzeugung in Vorarlberg lösen sich rund ein Fünftel der gelieferten Energie so quasi in Luft auf. Wenn man berücksichtigt, dass aber allein bei der Krernkrafterzeugung – so etwa bei dem KKW Neckarsheim - ein weiteres Fünftel an der erzeugten Energie verloren gehen, dann muss man endlich auch darüber nachdenken, wieviele Atommüllfässer in Asse aus Vorarlbergs „Wasserkraft“ stammen. In dem maroden Atommüll-Lager Asse ruhen rund 25.000 Fässer radioaktiven Abfalls der EnBW. Die Sanierung dieses Atommüll-Lagers – die Fässer müssen allesamt wieder zutage gebracht und anderswo (wo?) entsorgt werden - wird zum Milliardengrab, an dem sich die Vorarlberger Stromverbraucher - trotz des angeblichen Vorarlberger Bodenschatzes Wasserkraft - kräftig werden beteiligen müssen.

Handhabungsvereinbarung als Enteignung der Vorarlberger

Der Vorarlberger Strom wird längst nicht mehr in Vorarlberg verteilt. Die sogenannte “Regellastverteilung” wird nämlich von dem weltgrößten Atomkonzern EDF über Baden-Württemberg gemanagt. Mit wenig Öffentlichkeit hat man im Sommer dieses Jahres in Anwesenheit des Landeshauptmannes eine “Handhabungsvereinbarung” mit dem Atomstromkonzern geschlossen, mit welcher der Atomstromkonzern den Vorarlbergern gnädigst erlaubt, die Hälfte der Vorarlberger Spitzen- und Regelenergie aus der Werksgruppe Obere Ill-Lünersee selber zu “vermarkten”.

Atomkraftwerke ohne technische Leitung

Wie wichtig diese “Handhabung” dem Atomkonzern ist, hat er durch die persönliche Anwesenheit des EnBW-Chefs Hans-Peter Villis bei der Handhabungsunterzeichnung belegt. Der ist mittlerweile auch ganz kräftig in der Kritik und unter Druck. Der Technikvorstand musste wegen technischer Mängel bereits abgelöst werden und Greenpeace fordert damals gar, dass wegen mangelnder Zuverlässigkeit der EnBW die Betriebsgenehmigung für alle Atomkraftwerke entzogen werden müsse. Der darauf bestellte neue Technikvorstand Dr. Zimmer ist nun eben auch zurückgetreten. Weil Verträge über die Lieferung von Atombrennstoff, den Rückbau das Altmeilers Obrigheim und ein Überwachungssystem für Nuklearmaterial mangelhaft erfüllt worden seien, musste der Energiekonzern nun 130 Millionen Euro abschreiben. Die Verluste sind - wenig beruhigend - mit russischen Geschäftspartnern entstanden. Nun steht der Atomkonzern ohne technische Leitung da. Man stelle sich das einmal vor. Eine völlig unmögliche, ja denkunmögliche Situation. Doch das Stuttgarter Umweltministerium - bereits durch das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 angeschlagen - beruhigt: Atomrechtlich verantwortlich sei ja der Geschäftsführer.

Na hoffentlich versteht der wenigstens mehr als nur “Bahnhof”.

Euer Bernhard

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15 Kommentare

  1. Bece

    Greenpeace hat vor kurzem die Strommixe der Landesversorger unter die Lupe genommen
    http://marktcheck.greenpeace.at/index.php?id=8560
    Daraus geht hervor, dass ALLE mit Atom-und fossiler Energie HANDELN. Auch der Verbund, dessen Tochter mit 99% an den Strombörsen handelt, findet hier eine negative Betrachtung.
    Jede(r) kann jedoch ein Zeichen setzen und zu einem unabhängigen zertifizierten Anbieter wechseln.
    Ich bin seit 6 Jahren Kundin der Alpen Adria Energie http://www.aae.at Hier wird seit 125 Jahren sauberer Strom gewonnen,empfohlen von Global 2000 und Greenpeace (Kunde der AAE), kontrolliert vom Umweltzeichen. Das bedeutet,dass für jede kWh ein Herkunftsnachweis erbracht werden muss.
    Ökostrom der AAE kann in ganz Österreich zu einem fairen Preis bezogen werden. Zahlreiche Gruppen nützen die Möglichkeit eines vergünstigten Pooltarifes.
    Setzen wir ein Zeichen! 100% sauberer Stro - ohne CO2 und Atom!

  2. bengel12

    Bernhard - ich kann Dir in jeglicher Hinsicht beipflichten -

    hoffentlich wirsch bald Bürgermeister!!!!!

    mfg.

    K.L.

  3. Landrat

    Lieber Herr Ob8!

    Sie scheinen sich ja in der Energiewirtschaft auszukennen. Dann muss man Ihnen aber vorwerfen, vorsätzlich falsch zu informieren, denn die von Ihnen zitierte “Bewag” hat mit dem Burgenland gar nichts zu tun sondern sitzt in Berlin. Also dann in Zukunft mehr ob8 geben, bevor sie hier ihren unbrauchbaren Senf museln.

    Und weil sie so auf Quellen versessen sind:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bewag_%28Berlin%29

  4. ob8

    Sie werfen mir fehlende Vorurteilslosigkeit vor und verttrauen gleichzeitig einer Kombination von Bericht und Quelle dazu, die aus der gleichen Hand (Greenpeace) stammen?
    Sie machen es sich also sehr einfach wie ich sehe und deshalb Stelle ich die Behauptung auf, dass SIE nicht vorurteilslos an die Sache herangegangen sind (die von Ihnen zitierte Tabelle am Ende des Beitrages, die Sie als Quelle gelten lassen, habe ich schon bemerkt. Ich habe aber deren Betrachtung nachdem ich den link darunter gesehen habe wieder abgebrochen. Im Falle Greenpeace bin ich - wie schon beschrieben - nicht vorurteilslos. Oder sollen wir lieber sagen urteilslos? Es sind ja mehrere Fakten bekannt, die belegen, dass Greenpeace nicht immer so ehrlich ist, wie sie tun…)

    Zur BEWAG: zu der von der BEWAG behaupteten Atomstromlosigkeit werfe ich nur folgenden link in die Runde. Mache sich Jeder, der denken kann selbst ein Bild über die Verhältnisse: http://www.vattenfall.de/de/bewag-aktie.htm

    Weiters ist es natürlich Augenauswischerei, zu behaupten, man setze im Burgenland nicht auf “Stromveredelung”, so wie dies die übrigen Landesgesellschaften tun. Wie auch? Das Burgenland ist ja auch das einzige Bundesland, das keinen Speichersee hat, weil das dessen Topografie eben nicht zulässt.
    Das ist ja wie wenn bildlich gesprochen ein Einbeiniger sagt, er habe nur einen 50% so großen ökologischen Fußabdruck hinterlassen, wie es ein “normler” Mensch zu tun pflegt.
    Wer auf sowas reinfällt, ist - verzeihen Sie mir den Ausdruck - geistig eher untalentiert.

    Wäre das Burgenland ein Bergenland, würde auch die BEWAG voll am Geschäft mit der Stromveredelung (welche wie ich schon geschrieben habe aber neben den ökonomischen auch wichtige technische Gründe zur Netzstabilisierung hat) teilnehmen. Sie würden und könnten sich dieses Geschäft nicht entgehen lassen. Garantiert.
    Klar hat auch die BEWAG Marketingexperten an ihrer Seite. Und nichts ist für die reizvoller, einen bestehenden unabänderlichen Makel anders beleuchtet als großen Pluspunkt zu verkaufen. Was anderes kann man mit solchen Makeln ja nicht tun.
    Dass bei uns hier keine Stromveredelung (aus überschüssigem Atomstrom wird nach Zwischenspeicherung in Form von Lageenergie wieder Spitzenstrom) habe ich niemals behauptet. Das ist jedem klar.

    Ausserdem schreibt die BEWAG selbst, dass sie keinen Atomstrom aus bekannten Quellen kauft. Also muss es auch unbekannte Quellen geben. Und dass sie auch keinen Strom aus unbekannten Atomstromquellen kaufen, steht da nirgends. Die BEWAG bezieht ihren Importstrom wie jeder andere große Netzbetreiber auch aus dem Verbundnetz. Und in dieses Netz speisen (unter Anderen) auch alle Atomstromproduzenten ein. Deshalb sollten Leute, die glauben, dass das Burgenland völlig atomstromfrei ist mal versuchen ihre grüne Brille abzusetzen um den Tatsachen besser in die Augen blicken zu können.

    In der Tabelle wird auch angegeben, dass die Stromaufbringung der BEWAG zu 100% aus Wasserkraft besteht. Und was ist mit den Windkraftanlagen im Burgenland mit immerhin installierter Gesamtspitzenleistung von 370 MM? Scheint bei denen auch Wasserkraft zu sein, was bei mir den Verdacht aufkommen lässt, dass es auch dort mit der korrekten Stromkennzeichnung nicht sehr genau genommen zu werden scheint.

    Da ich aber sehe, wie festgefahren hier die Meinungen sind (klar, ich befinde mich ja hier sozusagen auf feindlichem Terrain), und diesen Blog ja ausser uns paar Hanseln hier ja eh niemand zu interessieren scheint, wende ich mich nunmehr wieder wichtigeren Dingen zu und überlasse den Greenpeace-fanboys hier wieder das Feld.

    Abschließend möchte ich aber noch meine Hochachtung darüber ausdrücken, dass auch kritische - der kundgemachten Meinung im blog entgegenstehende Meinungen - wie meine hier nicht gelöscht werden, weil sie einem nicht passen, einem die Argumente ausgehen (oder was auch immer). Das habe ich nämlich an anderen Stellen im Internet an denen es um das selbe Thema ging schon mehrfach erfahren müssen…

    Und nun wie gesagt noch weiterhin viel Spaß beim BEWAG bejubeln und Illwerke/VKW ausbuhen… ;-)

  5. GibsonLP

    na und???

    Wo sind die Neuigkeiten?
    Pumpspeicherkraftwerke sind Humbug… sie sind praktisch um die Stromverbrauchsspitzen abzufangen, aber zur Grundversorgung zum Vergessen…

    Aber wenn man irgendwo ein Laufkraftwerk bauen will, kommens mit Umweltverträglichkeitsprüfungen ect. und das gilt nicht nur für Großkraftwerke.
    Ein bekannter Landwirt hat mir erzählt, dass er ein bestehendes (!) Wasserrad restaurieren will teilweise mit enormen Kosten… dagegen sind seiner Aussage die Grünen…

    Aber da ich mir über Atomstrom keinen Kopf mache, ist mir diese alte Tatsache, dass Wasserkraft nur Flunkerei ist komplett egal…
    Aber lustig die Vorstellung, dass einigen “Atomkraft nein Danke”- Menschlein gerade diee Lust vergeht, ein Elektrogerät einzuschalten…

  6. Landrat

    Ob 8

    Quelle Burgendland BEWAG: Wenn Sie vorurteilslos den Beitrag gelesen hätten, dann hätten Sie am Ende des Beitrages - so wie ich - eine Tabelle mit dem weiterführenden Link gefunden. Gerade das schätze ich an den Beiträgen von Bernhard Amann hier, dass er nicht behauptet und moralisiert sondern Quellen und Hintergründe liefert. Im Übrigen bestätigen Sie ja eindrucksvoll die Vorhalte von Amann und Greenpeace, dass die “saubere Vorarlberger Wasserkraft” ein Etikettenschwindel ist.

  7. ob8

    Von Sarkasmus - das ist nämlich alles, was ich für solche Debatten unter energietechnisch Unwissenden im Regelfall übrig habe - haben manche hier wohl noch nie was gehört…
    (Der Vergleich mit der Sonne war der Sarkasmus (dies für alle, die es noch immer nicht begriffen haben))

    Klar ist, dass ohne Atomstrom in den Industrieländern sofort der Strom ausgehen würde. Denn der Atomstrom stellt nunmal die Grundversorgung sicher. Klar, dass da auch in Schwachlastzeiten zu viel Energie aus den AKWs zur Verfügung steht. Der Stromverbrauch ist in der Nacht nunmal um ca. 50% geringer, als der Strombedarf zu Spitzenzeiten. Das ist eben so. Das liegt am Verhalten von uns Verbrauchern. Da aber auch diese Spitzenlast abgedeckt werden muss, liefern die AKWs und die kalorischen Kraftwerke eben die Grundlast (was sie auf Grund ihrer Technologie auch dauernd können) und unsere Wasserkraftwerke decken die Spitzenlasten ab, was sie wiederum aufgrund ihrer dahintersteckenden Technologie können (schnelle und gute Regelbarkeit) Leider können diese auf Grund der begrenzten Speicherkapazität der Stauseen aber eben nur zeitweise Strom erzeugen und eben nicht dauernd.

    Da das europäische Netz wie schon gesagt ein Verbund ist, der Strom in dem Moment, in dem er gebraucht wird auch erzeugt wird und ein so großes Netz sehr enge Spielräume, was Netzfrequenz und Spannung anbelangt hat, stellen unsere Pumpspeicherkraftwerke eine sehr wichtige Netzregelmöglichkeit dar. Noch dazu kann mit dem notwendigen Verbrauch von Überschüssiger Energie im Netz im Pumpbetrieb wertvolle Energie für spätere Spitzenlastzeiten zwischengespeichert werden.
    Wenn das Netz nämlich durch schnelle und grosse Laständerungen zusammenzubrechen droht, können nur moderne Pumpspeicherkraftwerke sinnvoll mit entsprechendem Pump- oder eben Turbinenbetrieb dem entgegenwirken. Hier geht es nämlich nicht um Minuten, sondern um Sekunden, meine Herren.
    Und im Dunkeln sitzen will ja keiner, oder? (Ich glaube da sind wir uns einig).
    Soviel zum kleinen Exkurs in Sachen Energietechnik, damit auch die hier besser mitreden können, die hier nur gebetsmühlenartig grün gefärbte, aber nicht oder nicht mehr der Realität entsprechende Phrasen wiederholen.

    Zum Thema Burgenland: beim ersten mal habe ich Ihre Thesen zur Atomstromfreiheit - die im übrigen falsch sind - unkommentiert gelassen. Da diese nun aber wieder angeführt wurden, dazu folgendes. Das Burgenland hat ungefähr die halbe Netzlast, wie die unsrige in Vorarlberg. Aufgrund seiner topografischen Lage hat das Burgenland ähnlich überproportional viel Windkraft, wie wir Wasserkraft. Weil es aber bei Windkraft keine Speichertechnik gibt, kann das Burgenland auch keinen überschüssigen Atomstrom in andere Energieformen umwandeln, so wie wir hier das können. Und da der Wind halt bläst, wenn er Lust dazu hat (und nicht, wenn wir es wollen) kann es sein, dass das Burgenland einerseits Strom verkaufen muss, weil gerade Niedriglastzeit und starker Wind zeitlich zusammenfallen und andererseits Strom importieren muss, weil es genau umgekehrt ist. Drei Mal darf geraten werden, woher die BEWAG in diesem Fall den Strom bezieht…
    Weiters sei gesagt, dass es ein finanziell nicht zu vernachlässigender Unterschied ist, wenn man seinen Strom kaufen/verkaufen muss, oder man in der Lage ist, in gewissem Rahmen entscheiden zu können, wann man dieses tut.

    Ich fordere also nun einen Quellennachweis, woher Sie die Behauptung nehmen, dass das Burgenland völlig Atomstromfrei ist. Einfach behaupten kann nämlich jeder was er will, diese Behauptungen beweisen allerdings nicht. Sollten Quellen genannt werden, werde ich diese widerlegen und belegen, woher das Burgenland seinen Importstrom tatsächlich bezieht. Zuerst sind jedoch Sie an der Reihe, da ja Sie zuerst zwei Mal Ihre Behauptungen aufgestellt haben und nicht ich meine gegensätzliche.

    Alles in Allem können wir hier in Österreich uns glücklich schätzen, dass wir tatsächlich in der Lage sin, ohne ein eigenes Atomkraftwerk selbst betreiben zu müssen unsere Stromversorgung sicherstellen zu können. Anderen Ländern bieten sich diese Alternativen gar nicht. Die haben nur die Wahl zwischen AKWs und Stromausfall. Diese Wahl gilt im Übrigen auch global, ihr vermeintlichen Umweltschützer ignoriert nur einfach standhaft diese Tatsache…

  8. Pepi6

    Ich bin gespannt, wenn der Amann herausfindet, dass wir das Rohöl für unser Benzin nicht selber produzieren, sondern es da sogenannte Pipelines gibt, die sie von ganz weit weg bringen.

    Ich finde es sollte auch einen Blog bei vol.at geben, in dem man auf nutzlose, kiffende, in Gammlersprache schreibende, links linke, alles andere nur nicht sein Land liebende, kritisierende, nervende, alle Macht den Drogen und Ausländer rein - homo AMANN, hinweist!!!!!!!!

  9. Landrat

    Irgendwie entbehrt es nicht einer gewissen Komik, dass alle Atomstrombefürworter hier uneingeschränkt den Etikettenschwindel bestätigen.

    Auf die Kosten dieses Schwindels lassen sie sich nicht ein sondern reden vom Wetter. Aber das ist ja nach ihrer Definition auch Atomstrom.

  10. revisor

    Keine Frage, wir sind in Europa vernetzt und es gelangt zweifelsfrei auch Atomstrom in unsere Steckdosen. Aber der Spitzenstrom, den wir durch unsere Wasserkraft erzeugen ist die Voraussetzung dafür, dass in Europa immer mehr Wind- und Solarenergie rentabel erzeugt und vertrieben werden kann. Daran ändert auch die Greenpeace-Studie nichts.

  11. Altastaedtner

    zu ob8
    Klar wird in Vlbg. kein Atomstrom erzeugt……..aber dafür ca,1/4 Atom strom aus Frankreich importiert!!!!
    Das hat ja LH Sausi vor einiger Zeit erklärt, wobei er sich im klaren ist, dass dort auch “regulärer” Strom dabei sei!!!!!
    Dafür eportieren wir Spitzenstrom von den Vlbg.Illwerken mit enormen Gewinnen.
    Um wirklich GANZ glaubwürdig zu erscheinen, müsste das Land und H.Breiner auf Import von Atomstrom verzichten!!!!!

  12. rower2000

    @Landrat: was heisst hier gewaschen. Da wird nichts gewaschen, der wird lediglich gespeichert. Man kann ein AKW oder fossiles Wärmekraftwerk nicht mal einfach so aus- und einschalten. Wenn es also in der Nacht eine Überproduktion gibt, wird Wasser in die Speicher gepumpt und bei Bedarf wieder abgelassen um Lastspitzen abzudecken. Wenn’s das nicht gäbe hätte man ziemliche Probleme - oder man müsste so Schwachsinn wie Belgien anstellen und alle Autobahnen in der Nacht beleuchten um irgendwie die Überproduktion zu verbrauchen. Danke, da ist mir die Methode mit der Zwischenspeicherung in Pumpspeicherwerken (Wirkungsgrad 70 bis 80%) noch lieber.

    Ganz abgesehen davon könnte man kaum so viele reine Speicherwerke (ohne Pumpbetrieb) bauen, um Mittel- und Spitzenlast abzufangen. Dann müsste man das mit Gas- oder GuD-Werken veranstalten, die auch wieder böse sind.

    @ob8: Sogar unsere Wasserkraft ist nach deiner Rechnung Atomstrom: die Sonnenstrahlung verdampft Wasser vom Boden, das dann auf den Bergen abregnet und damit die potentielle Energie erhält, die dann in den Wasserkraftwerken genutzt werden kann ;).

  13. Landrat

    Ob8!

    Nein in Vorarlberg wird Atomstrom nur gewaschen und zwar in den Mengen, die den Weiterbetrieb eines ganzen EnbW AKWs rechtfertigen oder gar notwendig machen. Und Vorarlbergs VKW verteilt an die heimischen Kunden - trotz genügend Wasserkraft - am zweitmeisten Atomstrom an die Verbraucher. Das das so schwer zu verstehen ist, dass es auch anders gehen könnte: Burgenland - ohne die gewaltigen Wasserkraftressourcen - schafft es, 100 Prozent Strom aus Wasserkraft zu liefern!

    Den Schwachsinn mit der Sonne will ich Ihnen nachsehen. Und auch wenn man Greenpeace nicht immer alles glauben mag, unbestritten bleibt das Greenwashing und die neokoloniale Herrschaft von EDF über das Vorarlberger Wasser.

  14. ob8

    Klar wird in Vorarlberg keine einzige Kilowattstunde Atomstrom erzeugt. Das ist in Österreich nämlich verboten. Und Vorarlberg gehört nun mal zu Österreich (obwohl das einigen Hinterarlbergern lieber anders wäre…;-P).
    Klar ist auch, um was es dem Herrn Amman hier mit seiner billigen Polemik geht. Darum Aufruhr unter den Unwissenden zu erzeugen, die nunmal alles glauben, was in der Presse und in belanglosen Provinzialblogs geschrieben steht.
    Der ineressierte und nicht voreingenommene Leser wird sich jedoch selber ein Urteil bilden können, ob nun in Vorarlberg Atomstrom erzeugt wird oder nicht. Auch trotz der ganzen “Erklärungsversuche” des Herrn Amann wird er zum richtigen Ergebnis kommen, auch mit nur wenig Sachverstand und Logik.
    Wenn ich es nun jedoch genau betrachte, wird in Vorarlberg ja doch Atomstrom erzeugt!
    Sogar massenhaft und völlig dezentral!
    Sie fragen sich nun:”Wo denn bitteschön?”
    Nun gut. Physik, erstes Semester: Im Inneren der Sonne werden jede Sekunde viele Tonnen an Wasserstoffatomkernen zu Heliumatomkernen und zwar durch Kernfusion. Dabei werden (unter anderem) gewaltige Mengen an Gammastrahlung erzeugt.
    Soll ich jetzt auch - wie Greenpeace - hergehen und Ihnen (es dürfte dazu ebenfalls das im Blog zitierte kleine Einmaleins ausreichen) ausrechnen, wo die gesamte Vorarlberger Solarenergie (Fotovoltaik und thermische Energie) auf den vielen Hausdächern herkommt?
    Vom größten “Atomkraftwerk” in unserem Sonnensystem: der Sonne selbst!
    Unsinnig, werden Sie sagen, nicht?
    Aber nicht so unsinnig wie der Versuch uns Vorarlbergern die Stromerzeugung aus Atomkraft andichten zu wollen. Da liegt die Solarzelle technisch gesehen nämlich näher dran… ;-)

    Abschliessend möchte ich den Tipp geben, dass sich Greenpeace besser um richtige Darstellung von Tatsachen kümmern sollte (erwähnt sei hier Brent Spar und die Sache mit dem kleinen Lidl-Skandal um Greenpeace-Druckwerke) und dass Herr Ammen nicht alles glauben sollte, was so abgelassen wird - auch wenn es von Greenpeace kommt… ;-)

  15. rower2000

    Die Stromproduktion Vorarlbergs ist tatsächlich atomstromlos. Auf was die Studie anspielt sind wohl eher Stromspeicherung, eine Massnahme um in Schwachlaststunden erzeugten Kohle- und Atomstrom zu speichern und in Hochlastzeiten zu verwenden. Dies ist dann aber keine Stromerzeugung mehr sondern lediglich eine Speicherung…

    Übrigens sind Pumpspeicherwerke auch für die immer geforderten alternativen Energien essentiell, da es die einzige grosstechnisch heutzutage anwendbare effiziente Möglichkeit ist, Strom zu speichern. Und dass Wind- und Solarstrom nicht als ausschliessliche Energielieferanten - ohne Möglichkeit, Erzeugungs- und Verbrauchsschwankungen auszugleichen - verwendbar sind müsste ja sogar Greenpeace erkennen.

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