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Die österreichische Regierung will die Bürger in Wurstpapier einwickeln

17.11.2010 | 5 Kommentare

Wir haben eine sehr aktive Bundesregierung, die sich um die Probleme des kleinen Mannes, äh Frau, kümmert. Gestern wurde von niemanden geringerem als dem gesamten versammelten Ministerrat eine Änderung des Maß- und Eichgesetzes beschlossen, die das Mitwiegen des Wurstpapiers ab 2012 verbietet. Selbst dieser regierungsamtliche Wurstpapierbeschluss sieht aber Ausnahmen vor.

Ich glaube Österreich plagen größere Probleme als es das Mitwiegen des Wurstpapierblattes darstellt. Und von Verwaltungsreform kann keine Rede sein: Der Wurstpapierbeschluss muss nun in die Begutachtung geschickt werden, Behörden, Interessensvertreter und Wurstverkäufer müssen das begutachten, daraus wird ein Papierkram mit dem man schließlich Tonnen von Wurst einpacken kann, ehe jeder der 183 Nationalratsabgeordneten mit dem Gesetzesantrag und den Erläuterungen und Stellungnahmen versehen, den Wurstpapierbeschluss zum papieren Beschluss erheben können und der dann wieder im Bundesgesetzblatt zu Papier und zu hunderten Wurstpapierinformationen für Verbraucher, Metzger und Marktfahrer gemacht wird.

Logisches Denken scheint dieser Regierung irgendwie fremd.

Was sollte denn damit für die Kunden gespart werden? Das Verpackungsmaterial ist immer Teil der Kalkulation, ob mit der Wurst mitgewogen oder nicht. Die Begründung, dass bei der teuren wurst das Wurstpapier auch teurer ist, dürfte den meisten Konsumenten schlicht “wurscht” sein, denn so häufig holen sich die Durchschnittskonsumenten nicht die Wurst von der Theke sondern müssen die preiswertere vorverpackte Ware nehmen, wenn nicht gar die reduzierte Ablaufware. Freilich für die Damen und Herren Minister wird es billiger, wenn sie die drei Wursträdchen von ihrer teuren Spezialwurst für ihre Katze einpacken lassen: Wahrscheinlich um einen Cent.

Diese Regierung will mit derartig unsinnigem “Reformeifer” die Bürger einwickeln und verschaukeln. Sie will von den realen Problemen ein weiteres Mal ablenken. Meinetwegen kann man diese Regierung ruhig auch in Wurstpapier einwickeln und dieses mitwiegen. Diese Regierung wird auch dann für zu leicht befunden werden.

Quelle:
Ministerrat: Wurstpapier darf ab 2012 nicht mehr mitgewogen werden
http://www.politspiegel.at/?p=12183

Euer Bernhard

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5 Kommentare

  1. arnold

    Hallo Bernhard!
    Ich kenne jemand der würde sich lieber in Hanfpapier einwickeln lassen - liebes Grüßchen - Arnold!

  2. candis

    Ist ja ein schöner gedanke das sie das Papier nicht mehr abwiegen dürfen, aber was bringt das wenn sie dann die Waagen manipulieren ???? Wenn man leute betrügen will findet man immer einen Weg

  3. wellnessman

    Ich muss sagen mittlerweile lese ich diesen Blog rein wegen dem Unterhaltungsfaktor.
    Es mag ja nun wirklich kein grosser Wurf sein das es nun eine Verordnung gibt in der festgeschrieben wird das die Verpackung nicht mitabgewogen werden darf aber darüber zu bloggen ist meiner Meinung nach verfehlt.
    Es gibt soviele wichtigere Themen die viel öfter in das Blickfeld der öffentlichkeit gerückt werden müssten.

    Wie z.b. das aktuelle Budget, die Goldpolitik der Nationalbank, das Teilnehmen von Regierungsvertretern an der Bilderberg konferenz unter geheimhaltung der dort besprochenen Themen und Beschlüsse, Energiepolitik im zusammenhang mit der Einführung von E-Autos in den kommenden Jahren und so weiter und so fort.

    Aber es ist das ja auch eine gute Taktik der Politik sich ums Wurstpapier zu kümmern.
    Indem Themen wie das Wurstpapier zum Brenner gemacht werden und dann auch dankbar von anderen weitergemeldet werden verlieren die wichtigen Themen die Aufmerksamkeit die Ihnen zustehen würde.

  4. bacchus1at

    Wenn ich den Wurstpapierzuschlsg nicht mehr einheben kann, dann wird halt die Wurst etwas teurer….so einfach geht das und keiner scheint es zu bemerken….Ach ja, wir wohnen ja in Blödistan…hätt´ich bald vergessen….

  5. agent4

    Bin zwar nicht immer Deiner Meinung, aber diesmal gebe ich Dir zu 100% Recht. Da werden die Bürger wieder verarscht. Die ca 5 Cent die ich mir da in der Woche erspare gönne ich meinem Metzger von ganzem Herzen.

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