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Ich bin dann mal weg …

09.12.2010 | 5 Kommentare

Die Diskussion um Migration und Integration nimmt in der Vorarlberger Politik immer groteskere und psychotischere Züge an. Dabei ist man echt besorgt, ob unsere Politik überhaupt den Pisa-Test bestehen könnte, denn scheinbar liest sie nicht nur nicht sondern kann auch das Gelesene nicht in einem Gesamtkontext verstehen.

Da werden alle Anstrengungen unternommen, damit möglichst keine Menschen mit Zuwanderungshintergrund die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Da wird alles getan, damit Asylwerber keinen Aufenthalt bekommen, da werden sie mit staatlicher Gewalt schon von Arbeit und Verdienst abgehalten und schlussendlich auch mit Kind und Kegel abgeschoben.

Dabei ist die Realität doch die, dass Vorarlberg zum demografischen Faktor hinzu längst ein Auswanderungsland ist. Die geringen Verdienstmöglichkeiten, die hohen Kosten für Miete und Wohnraum, die niedrigsten Pensionen, die frauen- und kinderfeindliche Betreuungsstruktur, die österreichweit schlechteste Bildungsangebote führen dazu, dass Vorarlberg ein Auswanderungsland geworden ist. Immer häufiger muss die Statistik den Satz “Ich bin dann mal weg” erfassen. Wer kann verlässt dieses politisch verkarstete Land, insbesondere die gebildete Schicht und die jungen an Zukunft orientierten Menschen, verlassen das Land gerne.

Die österreichische Wanderungsstatistik zeigt deutlich, dass die Vorarlberger abwandern. Der Binnenwanderungssaldo ist negativ. Die Vorarlberger ziehen nach Wien und Niederösterreich. Wien, Burgenland und Niederösterreich verzeichnen die höchsten Binnenwanderungsgewinne Österreichs. In Vorarlberg wurde im Jahre 2009 gerade noch durch die Binnenwanderung von Familienangehörigen ausländischer Staatsbürger ein kleines Plus von 88 Personen erreicht. Ohne Außenwanderung würde Vorarlberg vergreisen, denn die zukunftsfreudige Jugend verlässt dieses Land immer häufiger.

Bald werden wir auch zu wenig Fachkräfte haben. Wussten Sie etwa, dass 95 Prozent der Lehrlinge in Vorarlberg die österreichische oder deutsche Staatsbürgerschaft haben. Nur fünf Prozent der migrantischen Kinder bekommen eine Lehrstelle. Nur knapp zwei Prozent der türkischen Jugendlichen! Für sie gibt es keine Lehrstellen, weil sich die inländischen Kinder in Massen darum bewerben müssen, weil man die Arbeiterkinder mit institutioneller Gewalt von Mittelschule und Schule fernhält.

Bei der jetzigen Politik, welche die Zuwandererkinder mit aller Gewalt in Hilfsarbeiterjobs drängen will, wird das für Vorarlberg katastrophal. Die Intelligenz wandert ab, die Jugend wandert ab und zurück bleibt eine älter werdende Generation, deren Sozialbedarf mit Hilfsarbeiterjobs gedeckt werden soll und die sich um die ordentliche Pflege streiten müssen, weil es keine qualifizierte junge Menschen dazu mehr gibt. Und wenn wir dann die Zuwanderung für Pflege unabdingbar brauchen, dann wird man uns auslachen, wenn wir zuerst einen Deutschkurs wollen. Aber das interessiert die Vorarlberger Politik nicht, wenn unsere Eltern im Pflegebett nicht mehr in ihrer Sprache verständigen werden können, weil wir den zugewanderten Kindern hier keine Chance gegeben haben wirklich Deutsch und einen qualifizierten Beruf zu erlernen, mit dem unser Sozialsystem auch erhalten werden kann. Schließlich werden die Pensionen und Sozialbeiträge von den Arbeitslöhnen bezahlt.

Besser wäre es, wenn wir uns um die Zugewanderten und um die Zuwanderung systematisch kümmern würden. So kümmern, dass sie eine gute Ausbildung haben und den Wirtschaftsstandort Vorarlberg verstärken können und nicht zu einer chinesischen Billiglohnprovinz verkommen lassen, wie es sich die Landespolitik offenbar wünscht. So wie es eben heute ist, wo eine Vorarlberger Arbeitnehmerin im Jahr über 2000 Euro weniger verdient als anderswo in Österreich, wo die Pensionisten die kleinsten Renten haben. Wo seit einem Jahrzehnt die Betriebsgründungszahlen am Boden liegen.

Aber das interessiert die Politiker nicht. Sie haben sich Einkommensverhältnisse aus den Steuerbeiträgen der arbeitenden Menschen für sich selber geschaffen, mit denen sie sich notfalls auch die Pension auf Mallorca leisten oder bei Weltreisen verprassen können und denken sich offenbar “Nach mir die Sintflut”.

Quellenmaterial:
Wanderungssstatistik 2009 der Statistik Austria
http://www.statistik.at/dynamic/wcmsprod/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&dID=86477&dDocName=053877

Euer Bernhard

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5 Kommentare

  1. Kritikus

    Berhnard,
    so stellt sich der kleine Maxl offenbar die Welt vor.
    Du bist der absolute Rekordhalter unter den Schwatz-Politikern, der Strache ist in punkto Populismus, Vereinfälitigung und schwarz-weiß-Malerei geradezu ein Waisenknabe gegen dich.

    Allein die primitve Vereinfältigung, dass wir die Türken abhalten deutsch zu lernen und zu sprechen, empfinde ich als Zumutung.
    Du scheinst ein frühes Pisa-Opfer zu sein!

  2. hilfe

    @ Amann - na so wie ich sie mittlerweile kenne, zeitungen, etc. da frage ich erst einmal sie, ob sie diesen PISA test bestehen könnten/würden??? (oben erster satz ) - ob unsere Politik überhaupt den Pisa-Test bestehen könnte.

    ich zweifle daran und tendiere auf eher NEIN, wenn der TEST altersgerecht ausgerichtet wäre……

    dazu bedarf es keinen weiteren kommentar - ODER???

  3. BRieger

    Hallo zusammen
    Es stimmt das in Vorarlberg ein großer Mangel an Facharbeitern besteht.Ich wurde vor 12 Jahren nach Vorarlberg gerufen(Steirer)weil bei euch ein Mangel herrscht.Da braucht man nur die Unternehmer fragen wie froh sie sind gute Leute zu bekommen.Die Lehrlinge die wollen nimmt man nicht den die Plätze sind meist von denen schon besetzt die mit Hilfe von Kollegen bzw Verwandten in die Firmen gekommen sind!Wenn man die fragt warum sie keine Lust auf den Beruf haben bekam ich die Antwort ;Is EGAL ich geh dann in Laden von Vater Kebap verkaufen oder zurück in Heimat oder in ne Fabrik oder vielleicht zum Blum .Suber und solche Lehrlingen willst was beibringen?wennst einen fragst warum er so schlecht Deutsch spricht obwohl er seit 16 Jahren bei uns ist dann sagen die das sie zu hause Türkisch reden und immer mit ihren Kollegen abhängen und kam mit jemanden der nur Deutsch spricht!Wie kann man da eine Sprache lernen bzw die Landessitten und Gebräuche akzeptieren!Es muss Schluss sein mit der Vätern wirtschaft wo sie den willigen Lehrlingen den Platz wegnehmen.Werde immer groß angeschaut wenn ich ihnen sage das in meiner Arbeitzeit nur Deutsch gesprochen werden darf!Wenn ich in ihr Land komme muss ich auch ihre Sprache lernen ausser in Tourismus gegenden wo man Fremdsprachen kann.Musste auch in der Schule Englisch und Französisch lernen ob man wollte oder nicht.Ich habe NIX gegen Ausländer solange sie sich anpassen und wie wir Arbeiten und ihren teil zur Gesellschaft beitragen.
    Wenn man wie ich viel in den anderen Bundesländern gearbeitet hat man merkt man schon einen riesigen Unterschied zu den anderen Bundesländern.Sprich Einheimische und Fremdkultur keiner geht auf den anderen zu jeder bleibt für sich Privat wie auch Beruflich(Firmen mit großem Ausländeranteil) das ist hier aus welchen Gründen auch immer in den Jahrzehnten so gewachsen.Warum Vorarlberg so teuer ist ergibt sich wahrscheinlich durch die Lage und den Fremdenverkehr da kann der Arbeiter mit seinem Lohn nimmer mithalten aber es könnte schlimmer sein wenn ich mir Norddeutschland so anschaue.Leben wir ja noch in einem Gelobten Land.Wenn ich mir die Mietpreise und Grundstückspreise anschaue könnt ich kotzen da komm ich mir als Arbeiter vor wie ein Bettler die sind für einen Alleinverdiener der Hammer darum versteh ich diejenigen die sagen sie würden inner Österreich sich ein Haus bauen.Es gibt noch viel zu tun ihr

    HPÖ-Heimatpartei-Österreich

  4. Anar

    manny sie meinen, dass wir zuviele ausländer hier haben. zuerst einmal die frage: wer ist für sie ein ausländer? alle, die nicht die österreichische staatsbürgerschaft besitzen? oder alle, die nicht deutsch als muttersprache haben? oder?

    ich denke, dass jede gruppe menschen, die hier zuwandern eine spezielle unterstützung braucht - die, die unsere sprache nicht sprechen eine andere, als die, die zwar deutsch als muttersprache haben, aber trotzdem fremde hier sind (am anfang).

    tatsache ist, dass wir immer weniger facharbeiter haben, dass wir immer mehr menschen in der pflege unserer alten brauchen, weil die meisten kinder der alten eben arbeiten müssen, um ihren lebensunterhalt zu sichern…….

    es gibt immer solche und solche - inländer, wie ausländer. der grossteil der ausländer hier in voralrberg ist gut integriert - mit einigen problemen, aber gut integriert habe ich die erfahrung - auffallen und geredet wird immer über die, die eben probleme haben und probleme machen. es sind ja auch nicht alle inländer ehrlich und redlich, oder?

    mir ist die ostdeutsche, die auf türken allgemein schimpft und meint, weil deutsch ihre muttersprache ist, sei sie was besseres, genauso unsympatisch, wie der türke, der meint, alle frauen sind nur ware………

    aber eben, es gibt solche und solche - und das wird immer vergessen in der diskussion - und alle über einen kamm zu scheren ist einfach, billig und geht an der realität vorbei.

    übrigens - sehr viele voralrberger haben ausländische wurzeln - über generationen hinweg - und das sollten wir nie vergessen, wenn wir über das thema sprechen.

  5. manny2711

    Ich bin mit eingen Dingen nicht einverstanden was Sie schreiben…..mit dem Thema Ausländer……wir haben zuviele hier….ich bin Vorarlberger und möchte das meine Kinder noch eine Heimat haben die nicht von Ausländern überfüllt ist….die sich weigern Deutsch zu sprechen und sich nicht integrieren wollen….die moslemischen Macho-Ansichten haben bei uns nichts verloren….

    Ich gebe Ihnen Recht was sie über unsere Politiker sagen…..Sie vertreten nicht das Völk sondern nur sich selber…..

    Ich finde die Pensionen im Land eine Schande……wir sind ein reiches Land und das muß niemals sein….die Politik gibt das Geld sehr sinnlos aus

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