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Unsere Müllpolitik(er) entsorgen!

28.12.2010 | 3 Kommentare

Die Bürger und Bürgerinnen plagen sich - gerade auch jetzt zu Weihnachten - mit der Mülltrennung. Von der Küche bis zur Garage - überall sind Müllplätze und Müllsäcke im Haus oder auf dem Balkon der Eigentumswohnungen. Viel (geförderter) Wohnraum geht nur für Müll auf. Man kalkuliert rund 2 m² dafür. Und nicht anders schaut es in den Gemeinden aus. An jedem Eck Müllcontainer, die gewartet, beaufsichtigt, gereinigt und in Ordnung gehalten werden müssen. Neuerdings werden sie in Vorarlberg auch von teuren Videoanlagen und von bezahlten Müllspitzeln überwacht.Die Plastikmüllsäcke sind ohndeis schon so durchsichtig, dass auch die Nachbarn am Verpackungsmaterial sehen können, was auf dem Küchentisch war und wo wir es erworben haben. Und immer noch bilden sie keine Zier für das Landschafts- und Stadtbild.

Was die meisten nicht wissen: Der von den Bürgern gesammelte Verpackungsmüll ist rechtlich nicht einmal ihr Eigentum sondern bleibt im Besitz der Verpacker, meist der Getränkeindustrie. Eigentlich sollte das so funktionieren, dass Unternehmen ihre Entsorgungspflicht – sei sie nun gesetzlich vorgeschrieben oder freiwillig übernommen – gegen eine Lizenzgebühr an die Dachgesellschaft der Verpackungsproduzenten – in Österreich die Altstoff Recycling Austria ARA – abgeben. Auf Basis der Gebühren und in Kooperation mit Partnern ist diese dann in der Lage, für eine Abfallbeseitigung und -verwertung zu sorgen. Doch das ist ein Geschäft für die ARA und deren Funktionäre geworden: In den letzten Jahren wurden dort die Lizenzgebühren wegen des kostenlosen Sammelfleißes der Bürger - richtiger wäre Zwangsarbeit - fleißig reduziert, was die Wegwerfpackungen nur billiger und die Müllgebühren höher gemacht hat. Nur die Krise ist ihnen dazwischen gekommen, sonst könnten sich die Müllproduzenten schon eine Prämie für die Müllproduktion auszahlen, statt eine Lizenzgebühr zu verlangen. Die Krise ist aber noch nicht vorbei und doch können sie 2011 wieder mit einer Senkung der Lizenzgebühr rechnen, bei den Kunsstoffen sinnigerweise um bis zu gar einem Viertel. Zweistellig bleibt der Erfolg der Müllproduzenten auch bei den Aluminiumdosen. Dort zahlen sie in wenigen Tagen wiederum 10 Prozent weniger, weil wir alle für sie den Müll sammeln, kostenlos reinigen, Lagerraum kostenlos zur Verfügung stellen und auch die Transportgebühren zu den Sammelstellen tragen.

Cash aus Trash

Als am 1. Juli 1999 das Abfallrecyclingsystem eingeführt wurde, waren die Lizenzgebühren nach heutigem Geldwert 390 Euro. Mit 1. Jänner 2011 betragen sie dank unserer Arbeit nur noch 148 Euro je Tonne. Sie wurden also um über 60 Prozent gesenkt. Das sind pro Jahr 76 Millionen Euro, die wir erwirtschaftet haben und an die Müllhersteller verschenkt werden. Man spricht also zurecht von WERTmüll. Kein Wunder, dass die staatlich geschützten “Recycler” kein Interesse an Mehrwegpackungen haben und diese sogar verteufeln. Recycling ist eh ein Mythos. Das meiste wird verbrannt. so auch beim Plastik. Und wenn, dann landen die Plastikflaschen in china und kommen wieder als billige Stofftierchen und anderen Sondermüll in unsere Kinderzimmer. Im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung wirbt solcher Sondermüll, eine überlebensgroße Plüschfigur namens Rikki, in den Kindergärten für die Mülltrennung!

Frauenpower

Die moderne Technologie kann den Wertmüll ohne Schwierigkeiten trennen und ist dieses Verfahren ökonomischer und ökologischer. Das ist selbst bei der Firma Häusle Stand heutiger Technik. Daher könnte der Müll wieder wöchentlich abgeholt werden und nur mehr in zwei Säcken getrennt werden: In einem Wertmüllsack und einem Restmüllsack. Auch dann bleiben die Erlöse aus dem Wertmüll.

Für die betroffenen Gemeinden wäre damit auch ein nicht unbeträchtliches Einsparpotential verbunden, wenn Müllcontainer und Müllsammelstellen nicht mehr nötig sind. Dazu kommen die Arbeitsplätze bei der Müllabfuhr, heute begehrt weil keine besondere Qualifizierung nötig. Damit entfallen auch die vielen Verkehrswege zu Müllsammelstellen, es wird teuer finanzierter Wohnraum von der Küche bis zum Keller eingespart. Es ist auch gesünder, wenn Keim-, Schimmel- und Käferplage durch die wöchentliche Abfuhr eingeschränkt werden. Und eine älter werdende Bevölkerung wird den Müll kaum mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Sammelstellen bringen wollen und können.

Um die österreichischen Müllpolitiker dazu zu zwingen auch die Arbeit der Bürger WERT zu schätzen, muss der Erlös aus der Sammeltätigkeit umgehend den Gemeinden ausgehändigt werden. Derzeit 75 Millionen Euro, Tendenz steigend. Oder wir finanzieren damit zusätzlich die Frauenpensionen. Sie machen ja fachkundig die Sammel- und Reinigungsarbeiten. Wir Männer müssen ja meist mehrfach ermahnt werden, damit wir den Mülleimer wenigstens aus der Wohnung tragen.

Euer Bernhard

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3 Kommentare

  1. charly6669

    Ich denke kommt es zu den Gemeinden, kommts zum Volk ??!

  2. 18oehmle78

    Ich finde Herr Amman hat wenigsten Ideen und die sind gar nicht mal so schlecht.
    Nur sind wir Leider eine Gesellschaft geworden die immer nur mit der breiten Masse mitschwimmt.Die Zeitung ließt und alles was da drinn steht stimmt,wir nicken nur noch ja sagend weil es ja alle machen.Wer will den schon alleine oder als Revolutzer dastehen?
    Da zeigen die doch gleich auf mich,nur keine Probleme bitte.
    Wir sind alle gefangene unseres Zeitgeistes,wehe mann spricht mal irgendetwas an was nicht mit dem zusammen passt was mann gelernt hatt oder weiß. Dann heist es gleich,das passt nicht das kann man nicht bringen bez.nicht so-mann muß es ein bischen ins Lächerliche ziehen,damit sich keiner aufregt.Oder was mein ihr wie würde das aussehen wenn heutzutage einer sagt:(nur Beispiel)ich hab ein UFO gesehen.
    Was ich damit sagen will:Solche Menschen wie Bernhard Ammann die auch den Mut haben solche sachen anzusprechen wohlwissend das es viele Kritiker gibt,trotzdem ihren Weg durchziehen!!!!
    Ich finde das können nur starke Menschen.

  3. Mr.Kritisch

    Amman fordert die Arbeit der Bürger( beim Mülltrennen ) WERT zu schätzen !! und im gleichen Atemzug will er den Erlös der Sammeltätigkeit den Gemeinden zukommen lassen. Warum den Gemeinden ?? Den Bürgern Herr Amann !!!! Ist das Ihre Bürgernahe Politik Herr Amann ????? Grün vor — Grün vor— sie schießen immer noch Ihr Eigentoor !!

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