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Die Grabschänder sind unterwegs

12.01.2011 | 16 Kommentare

Ein kleiner Bub ist qualvoll um sein Leben gebracht worden und ein junger Mensch, der in unserer Mitte aufgewachsen ist, hat sein Leben endgültig verpfuscht. Da sollte man doch über die erste Schrecksekunde hinaus einmal nachdenklich werden, würde man meinen.

Doch was tut die Politik? Sie verhält sich wie Grabschänder und raubt die Blumen und Kränze, welche die betroffenen Menschen Spenden und wollen sich selber damit einen Lorbeerkranz winden. Der scheint auch wohl zu groß geraten zu sein und ihnen vom Kopf vor die Augen heruntergerutscht zu sein. Ihre Argumentation ist nämlich ebenso windig wie blindwütig. Und in ihren Anfragen und Stellungnahmen winden sie sich darum herum, selber Antworten und Vorschläge zu finden.

Einzig die Dornbirner Ärztin und Politikerin Dr. Gabi Sprickler-Falschlunger versucht wenigstens eine Fehlersuche, die sich nicht nur am Täter orientert. Sie hat ja schon jahrelang auf die triste Personalsituation bei den Sozial- und Wohlfahrtsämtern der Bezirkshauptmannschaften hingewiesen. Sie hatte schon vorgerechnet, wieviel Minuten pro Fall diese Menschen nur aufwenden können um dann unverrichteter Dinge den Aktendeckel wieder schließen zu müssen. Und so sollte man die Fehler auch nicht den Beamten in die Schuhe zu schieben, die gar nicht die nötige Zeit haben um sich darum wirklich zu kümmern. Denn es wird beim Personal gespart und die Landesregierung riskiert damit nicht nur Gesundheit, Zukunft und das Leben unserer Kinder sondern muss dann in der Folge das so Gesparte in Gefängnis- und Gerichtspersonal investieren.

Die Frau Landesrätin Greti Schmid hat die Ermahnungen ihrer Dornbirner Politikerkolleginnen sehr wohl gehört und hat einen kostengünstigen Ausweg über eine Billigjobregelung gefunden. Statt gut ausgebildetes Personal werden Lehrlinge und Ferialpraktikanten zugewiesen. Die Absolventen der Sozialakademie (heute nennt sich diese Fachhochschule, um die Statistik zu verbessern) sind eingeladen an einem “Trainee-Programm” in der Jugendwohlfahrtsabteilung teilzunehmen. Sie sind in diesem Billigjob auf sich allein gestellt und für die Gefährdungsabklärung und Hilfestellung selbständig zuständig. Wie das “Trainee-Programm” funktionieren soll bleibt völlig offen, denn die Mitarbeiter der Jugendwohlfahrt haben ja - wie eindrücklich belegt ist - nicht einmal für die tatäschlichen Fälle Zeit. Wie sollten sie sich da um die “Lehrlingsausbildung” der ihnen zugewiesenen Sozialarbeitslehrlinge noch kümmern können. Und das weiß auch die Landesregierung, hat sie doch in dem Trainee-Programm vorgesehen, dass sich die Lehrlinge im Zweierteam selber unterrichten.

An dem Tod dieses kleinen und noch völlig unschuldigen Menschen haben mehr durch fahrlässiges Sparen mitgewirkt als nur der faktische Täter. Und das verwirkte Leben eines noch fast jugendlichen Menschen haben mehr verwirkt als nur er allein. Schließlich ist er hier geboren, ist hier zur Schule gegangen und aufgewachsen. Was hat man da alles schon versäumt? Das sind die Fragen, die man sich stellen muss, will man in Zukunft solche traurige Schicksale verhindern.

Auch dieser krankhafte Sparzwang im sozialen Bereich ist ganz einfache Gewalt gegen Kinder. Strukturelle Gewalt. Die Politik sollte da in sich gehen und endlich sich als die Paten aller Kinder verstehen, alles zum Schutz und zur Förderung unserer aller Kinder unternehmen. Die Schul- und Kinderbetreuungsdiskussion zeigt uns ja deutlich, dass man davon noch weit entfernt ist.

Sonst bleibt nichts anderes übrig, als alle Menschen endlos zu überwachen und zu gängeln, einen gewaltigen Sicherheitsapparat zu finanzieren und faktisch alle Erwachsenen in diesen Sicherheitsstaat einzusperren oder eben alle Kinder. Dass ersteres nur zu neuer Gewalt führt ist ja durch die Geschichte hinlänglich bewiesen. Und auch das Einsperren der Kinder schützt diese nicht, wie wir ja auch aus den Kindesmissbrauchsfällen der jüngsten Vergangenheit wissen.

Quelle:
Trainee-Programm für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
http://www.vorarlberg.at/vorarlberg/jugend_senioren/jugend/jugendwohlfahrt/neuigkeiten_mitbild_/trainee-programm.htm

Euer Bernhard

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16 Kommentare

  1. riesneuklezem

    Die kleinen Gehirne reden über Menschen,die mittleren Gehirne über Taten und Geschehnisse, die großen Gehirne über Ideen.
    Man wird nicht dadurch besser, dass man andere schlecht macht.
    Wenn du mit dem Finger auf andere Menschen zeigst, zeigen drei Finger auf dich selbst.

    Verbringt die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist ja gar keins da.
    Er kommt schon nicht ungestraft davon (°_°)

  2. Landrat

    anschela@

    Herr Amann hat in einem Blog seine Meinung geäußert, die kurz zusammengafasst wohl lautet: Man hat in der Vergangenheit den Kindern durch einen falsch verstandenen ja wörtlich “krankhaften Sparzwang” Schaden zugefügt. Der soll sich nicht wiederholen, damit sich diese Schicksale nicht wiederholen. Punkt.

    Das ist etwas ganz anderes als die Politik tut, die sich in förmlichen Presseerklärungen und ungefragten öffentlichen Statements mit dem traurigen Ereignis politisches Kleingeld machen will. Und er war sich auch nicht zu fein eine politische Mitbewerberin zu nennen, ja geradezu zu loben, die schon lange auf diese Defizite hingewiesen hat.

    Einen solchen Umgang mit grundsätzlichen Fragen würde ich mir eigentlich wünschen und ich verstehe nicht was sie daran mit ihrer sehr mühsam aufgebauten Konstruktion aussetzen wollen. Sie selber sagen ja, dass man sich an den Schutzbedürftigen zuerst orientieren muss. Nichts anderes hat er gesagt.

  3. Anschela

    Herr Amann, Sie bezeichnen die gegnerischen politischen Parteien als Grabschänder, was das mit den jüngsten Ereignissen zu tun hat, ist mir nicht nachvollziehbar. Dann behaupten Sie, dass die Behörden dermaßen überlastet sind, dass sie inhaltlich nicht mehr als die “Headline” zu lesen im Stande sind. Sie weisen darauf hin, welche Institutionen personell aufgestockt gehörten und welche Ihrer Meinung nach versagt haben. Also nutzen Sie zum Einen sehr wohl auch dieses entsetzliche Ereignis um politische Rundumschläge zu verteilen, lassen dann aber auch wissen, dass verschiedentliche Mittäter am verpfuschten Leben des Beschuldigten zu finden sind und weisen letztendlich darauf hin, dass ein Mehr an Sicherheitseinrichtungen der totalen Überwachung gleichen würde. Sie haben offensichtlich null “Idee”, wie man einen drogenabhängigen Gewalttäter, vor dem sich offenbar auch schon die eigenen Erzeuger fürchten, vor sich selbst und andere vor ihm schützen könnte (da kämen dann ja “rigorose Maßnahmen” in Frage) und somit lamentieren Sie so vor sich hin. Tragisch ist für mich, dass es meines Erachtens an der Zivilcourage intern und extern (Behörden und Private mangelt), tragisch ist, dass es gegen “Untherapierbare” keine Mittel, keine Möglichkeiten und vor diesen keinen Schutz gegeben hat noch gibt! Die Laissez-faire-Philosophie, die hier offensichtlich gefahren worden ist, ist der Grund für das Zu-spät-Kommen. An Schutzbedürftigen müsste man sich zuerst orientieren, ihnen gilt alle Fürsorge und Achtsamkeit, alle Umsicht, alle Wahrnehmungsfähigkeit und Vorausschau… Man hätte die Mahnungen der wenigen Couragierten, der Informanten, die es offenbar gegeben hat, sehr ernst nehmen sollen und handeln müssen.

  4. Landrat

    Ein paar amtsbekannte Hetzer aus einem Parteibüro schreiben da einen derartigen Unsinn und belegen damit, dass sie keinen Respekt vor dem Menschen und dem Menschenleben haben. Versteh gar nicht, warum sie sich die Mühe machen ihre Dummheiten unter einem Synonym zu bloggen. Die ist ihnen auf ihrer Stirn eh eingebrannt wie das Kainszeichen.

  5. Kritikus

    Noch etwas habe ich dem Herrn Amann vergessen zu sagen:

    Die Zahl der Menschen, die mit Fleiß und Anstrengung immer weniger verdienen, weil sie immer mehr solcher Typen (die den eigenen Hintern nicht anheben wollen) durchfüttern müssen, steigt täglich, und sie wird in absehbarer Zeit die kritische Grenze überschreiten.

    Wie hat doch heute ein Leserbriefscheiber in den VN gemeint?
    Es stinkt oben, aber eben auch unten!

  6. Kritikus

    Bernhard, jetzt fang an zu recherchieren,

    wofür der 25-jährige serbische Staatsbürger eine österr. Rente erhielt,
    welche Beamten ihm dies auf Grund welcher Unterlagen gewährten,
    wie viele weitere nicht-österreichische jugendliche Frührentner wir hier versorgen (der Mörder wird nicht der einzige sein!),

    und danach klärst du uns auf, wer all die ausufernden Sozialgeschenke an immer mehr leistungsunwillige Sozialschmarotzer finanzieren soll.

    Ich bin gespannt, aber komm nicht wieder mit den Kosten, die “wir” uns in der Zukunft (in welcher?) durch noch mehr Entmündigungen ersparen könnten.
    Die längst bedrohliche Ausuferung der mit der Gießkanne verstreuten Sozialgeschenke sehe ich nämlich als Entmündigung, als bequeme Entlastung von der Eigenverantwortung. Und mit immer mehr Menschen mit immer weniger Eigenverantwortung wird unsere Gesellschaft in keiner Weise mehr lange Bestand haben.

  7. GeekPolice

    Die Steigerung der Unwissenheit ist die Besserwisserei…

    Was nicht heißen soll, dass Herr Amann nicht grundsätzlich recht hat mit dem, was er sagt. Doch im Zusammenhang mit Cains Tod hinterlässt seine so berechtigte wie oberlehrerhafte Kritik doch einen schalen Beigeschmack.

    Niemand mag sie wirklich, die, die ja schon imer alles gewusst haben, und das meist besser… und auf die die tumbe Gesellschaft ja nur nicht hören wollte. Jetzt hat sie den Dreck. Hören wir also in Zukunft besser hin, wenn Herr Amann etwas zu sagen hat?

    Gott im Himmel, nichts wäre anders gekommen, Herr Amann. Es liegt in der Natur der Sache, dass beamtete Behörden versagen! Erst recht bei den Gehältern und Mitteln, die man ihnen zugesteht. Wir reden von Menschen, denen ein weltfremder Paragraph für jede nur erdenkliche Lebenslage eigenständiges Denken und Handeln verwehrt. Wahrscheinlich wurden verschiedene Anträge in unkorrekter Reihenfolge an die falschen Stellen gerichtet… und der dritte Durchdruck war nicht mehr lesbar.

  8. korneuburger

    Bin sehr verwundert, dass sich der Hohenemser berufsjugendliche zu diesem tragischen Ereignis äussert! Genau seine politische Haltung - Drogenliberalisierung und MultiKultigesellschaft - sind Mitschuld an dem furchtbaren Geschehenen! Er sollte lieber über sich nachdenken und der Tatsache ins Auge sehen, dass seine Vorstellungen zur Gesellschaft gescheitert sind. Aber lieber gibt er wieder einmal anderen die Schuld!!

  9. xohl13

    Rechtsstaat!!! so ist es Rechtt!!!!!!!

    ALLES RECHT GEHT VOM VOLKE AUS
    ma wills a so!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  10. schweizerkas

    Und, ich würde nicht einmal die prominenten Vertreter der ins Zwielicht geratenen und hoffentlich bald einsitzenden Vertreter der Politik- und Finanzskandale als “Schmarotzer” bezeichnen.

  11. Landrat

    dachte dachte sich: Ablenkung ist die beste Verteidigung. In diesem Zusammenhang von Cannabis zu reden ist genau das Problem nicht ernst nehmen.

    Das Ereignis ist so traurig, dass man darüber nachdenken muss, was zu tun ist, dass es kein nächstes Mal gibt. Das ist der hier gestellte Aufruf. Tatsächlich passieren ja noch immer täglich dieselben Dinge und es ist mehr Glück als Vorsorge dabei, dass sie nicht auch so schrecklich enden.

  12. schweizerkas

    Offene Türen einrennen! Der ÖVP-Politiker Kukacka hat sich wie viele seiner Parteikollegen hat mit Zähnen und Klauen gegen die Senkung der Promillegrenze im Straßenverkehr gewehrt. Er vertritt ja 30000 Weinbauern. Wenden Sie sich an diese Lobby!

  13. schweizerkas

    Zudem ist auch das Leben der jungen Mutter zerstört. An Stelle von “Ermittlungen gegen die Mutter” und Schuldzuweisungen muss man ihr Hilfe geben…

  14. dachte

    @schweizerkas … dann setzen Sie sich gegen die Droge Alkohol ein und befürworten nicht noch eine weitere !!!

  15. schweizerkas

    Und was halten Sie von einer Gesellschaft, die der zerstörerischen, legalen Droge Alkohol huldigt? Und von jemandem, der alkoholisiert, wie soeben, einen Menschen totfährt? dachte, Sie denken…

  16. dachte

    Sparen ist sicher richtig - diese Sozialschmarotzer könnte man sich schon lange einsparen!

    Und was soll ich von jemandem halten, der die Droge Canabis schon seit Jahren legalisieren will … ?

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