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Schluss mit dem sozialen Wohnbau!

10.02.2011 | 5 Kommentare

Ja Sie haben richtig gelesen. Schluss mit dem sozialen Wohnbau! Denn es gibt keinen sozialen Wohnbau, es gibt nur die Vernaderung der Menschen, die im gemeinnützigen Wohnbau die Miete und damit die Baukosten der Wohnung zur Gänze bezahlen als “Sozialfälle”. Damit hat man sowohl im “sozialen Wohnbau” als auch in der Bauwirtschaft viel Geld gemacht.

Tatsache ist ja, dass die Mieter der gemeinnützigen Baugesellschaften die Baukosten und deren Gewinne bezahlen. Dafür hat man ihre Wohnungen auf die grüne Wiese gestellt, nicht damit sie viel frische Luft und schöne Landschaft haben, sondern damit man sie aus den Augen hat. Das einzig “soziale” an diesem Wohnbau ist nämlich, dass es häufig Menschen mit geringem Einkommen sind und eben häufig Frauen mit Kindern und Familien. Die sind, so man es sich nicht wie Fiona und Karl Heinz Grasser richten kann, arm. Und ausgerechnet Karl-Heinz Grassers Freunde haben eine Menge Geld damit verdient, die von den Mietern bezahlten Wohnungen zu verscherbeln.

Alle Parteien machen sich nun auch plötzlich Sorgen um die gute Durchmischung. Es gäbe eine Ghettoisierung. Als Rezepte stehen dagegen dümmlichste Vorschläge, so sollen die Baugenossenschaften ihren “sozialen “Wohnbau” aufs Dorf verlegen. Das ist nicht nur ökonomisch und auch ökologisch falsch und teuer, sondern die Fortsetzung der unsäglichen und diskriminierenden Politik der Siedlung auf der grünen Wiese, damit die Spießbürger nicht mit Familien und Kindern der weniger begüterten Mitbürger in Berührung kommen. Eine Apartheidpolitik - sonst nichts.

Wie das in einer älter werdenden Gesellschaft funktionieren soll, bleibt unbeantwortet. Wie die daraus entstehenden längeren Wege umweltfreundlich gemeistert werden interessiert auch die nicht, die täglich die Umwelt und den ökologischen Fußabdruck im Auge haben. Wie Alleinerzieherinnen mit ihren Kindern, welche wohlgemerkt unsere Pensionen einmal bezahlen werden, dort zu Arbeit und Verdienst kommen sollen, wird nicht beantwortet.

Fakt ist, dass ein gemeinnütziger Wohnbau wieder Platz greifen muss. Platz in unseren Zentren, in einer Verdichtung der Wohnlandschaft und in einer Rekultivierung des flachen Landes nach den Zersiedelungsstrategien der heimischen Politik. Es ist nämlich nicht nur nicht mehr genügend Land vorhanden, es ist auch teuer. Das beste Nullenergiehaus am Waldrand braucht schlussendlich mehr Energie als jedes durchschnittliche Stadthaus, weil es Verkehr produziert, weil es Kapital, unsägliche Förderungsgelder und Land verschlingt und wenn man den demographischen Faktor tatsächlich berücksichtigt, für die Gemeinschaft nicht mehr finanzierbar ist.

Die Politik redet ja bei dem demographischen Faktor immer “nur” von den Pensionen. Die sind bei einem gerechten Steuersystem, bei einer Bildungspolitik die Arbeit und Einkommen verspricht, bei einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum kein wirkliches Problem - so man nur will. Das ist nichts anderes als eine Ablenkung von der Realität. Das tatsächliche Problem sind dabei die Infrastrukturausgaben, die Aufwendungen der Gemeinden für die Instandhaltung der Anlagen, Wasser- und Abwasserversorgung, Verkehr, Kultur, Kindergärten und Schulen. Eine derartige zersiedelte Struktur ist mit einer sinkenden Bevölkerungszahl nicht mehr zu finanzieren, mit den Einkommen von Senioren nicht mehr zu erwirtschaften. Ganz abgesehen davon, dass ältere Menschen mit den kleinen Pensionen die sie hier in Vorarlberg erhalten (Vorarlbergs Pensionen sind ja die niedrigsten) ihr Häuschen oft gar nicht mehr erhalten werden können.

Wie das andere Zukunftskonzept einer gemeinnützigen Wohnungspolitik ausschauen könnte, darüber will ich mehr in den nächsten Blogs schreiben. Und ich hoffe ja bitte darum, dass die Vorarlberger Politiker schreiben es dann auch abschreiben. Lizenzfrei.

Euer Bernhard

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5 Kommentare

  1. lunahund

    so ein quatsch!!!! glaubt ihr nur bildungsferne brauchen sozialen wohnungsbau???? auch junge kranke in frühpension,die ihr leben nie so leben konnten wie sie wollten-ja glaubt ihr denn es ist soooo lustig mit einem mindesteinkommen,nicht das Leben zu führen können das man sich ausgewählt hätte????????????
    meine Freundin ist 30 und hat seit 13 jahren Morbus Chron,notoperation,probleme,probleme,ect.alles was den “lieben”psychiatern,doktoren,experten einfällt—–lupf doch mal deinen Arsch—–wie menschenverachtend ist das doch!!!!saublöde vorschläge vom ifs,unrealistische vorschläge zur Arbeit-obwohl jeder weiß daß nicht mehr als 2-3 stunden Arbeit maximal drinn sind-das sogenannte “klientel”ist eben nichgt immer so wie sich es sich der “ghörige”(pfui)voradelberger denkt in seiner engstirnigkeit!!!!!!!!!!!!!!!

  2. eine_meinung

    So ganz unrecht hat er nicht
    zumindest diskussionswürdig

  3. Kritikus

    Das ist alles einsehbar, verständlich und nachvollziehbar, was der Bernhard da schreibt, und zukunftsweisend wohl auch.

    Es fehlt nur noch der Tupfen auf dem i!
    Der wäre?
    Der Bernhard zieht für die nächsten 2 Jahre in eine solche Siedlung.
    Das wirkt gegen Spießbürgertum weit besser als lange Haare!
    Wenn er dann nach 2 Jahren gerne weiter dort wohnt, dann hat er die Reifeprüfung bestanden:
    Er ist dann kein Spießer mehr!

  4. georgedablju

    es gibt ghettoisierung …. man könnte es auch einwanderung in unser soziales system incl. sozialem wohnungsbau nennen. je früher das aufhört desto besser

  5. Mortimer

    Sehr geehrter Herr Amann,

    wenn diese Ihre Klientel etwas weniger “bildungsfern” wäre, und die gebotenen Ausbildungsmöglichkeiten in Ö nutzen würde. Dann wäre erheblich weniger sozialer Wohnbau notwendig.

    Nur so am Rande…

    MfG

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