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Vorarlbergs Märchenland ist abgebrannt.

16.03.2011 | 2 Kommentare

Das verschrottungswürdige Kernkraftwerk unseres baden-württembergischen Illwerke-Strompartners EnBW, das bald 40 Jahre alte Steinzeit-Kernkraftwerk Neckarswestheim, geht nun endgültig vom Netz. Das haben wir der japanischen Katastrophe zu danken. Die Menschen dort können ein bisschen aufatmen. Und wenn jetzt sieben dieser unendlich gefährlichen Werke ebenso stillgelegt werden, dann wohl weil das Märchen von der sicheren Atomkraft gestorben ist. Bei Tschernobyl konnte man sich noch propagandistisch hinter der damals üblichen Propaganda des kalten Krieges verstecken, dass die Sowjetunion mit ihrer Kommandowirtschaft und ihrer technologischen Rückständigkeit AKWs nicht beherrschen können. Bei der Wirtschaftsnation Nummer Drei geht das nicht mehr.

Doch das Gespenst ist noch nicht vertrieben. Zu sehr hat man darauf gesetzt, dass Atomkraft billig sei und die Lasten dafür den Steuerzahlern, also den arbeitenden Menschen aufgebürdet. Für die fehlenden Endlager werden wir noch Jahre blechen. Für die Sanierung des EnBW-Endlagers ASSE II werden allein drei Milliarden Euro veranschlagt und dabei weiß man noch gar nicht wohin mit den verrosteten Atombarrels. Vorarlberg wird da wegen seiner Atomstromwaschpolitik mitzahlen müssen. Alles andere ist ja nicht denkbar. Mitgehangen, mitgefangen. So ist es einmal, wenn man ein Pumpspeicherwerk für die Grünwäsche des Atomstromes baut und so an den AKWs mitbeteiligt ist.

VLOTTE Lügen.

Die Märchenerzähler haben noch immer Konjunktur. Sie erzählen uns, dass Elektroautos die Zukunft sind und aus der Steckdose der Strom weder strahlt noch stinkt. Die Betreiber der angeblich so wunderbaren Elektrombilität sind aber die Atomkonzerne selber, die lügen und trügen und behaupten, mit der Solarzelle auf dem Garagendach könne man Elektroautos breitflächig betreiben. Dass das in der Breite nicht ohne Atomkraftwerke geht ist klar. funktionieren kann es nur bei einer Mobilität für auserlesene Finanzmanager.

Das ist nun leider mal so und keine Religion und kein Geld der Welt kann die physikalischen Gesetze außer Kraft setzen. Auch der Bedarf allein der rarer werdenden Rohstoffen für die Batterien ist unermesslich. Denn die Berechnungen für Vorarlberg gehen immer von einer regionalen Mobilität aus und tun so als ob Mobilität am Arlberg enden würde und ab dort mit dem Rad und der Rischka gefahren würde. In Vorarlberg vergeudet man in das von dem weltgrößten Atomkonzern initiierten Elektroauto Subventionen und Steuergeld, das besser anderswo angelegt wäre und kauft auch gleich die Autos dort in Frankreich ein, wo der weltgößte Atomkonzern sein Kapital und Finger drin hat.

Ohne Lügen leben.

Die nächste Saga, die uns gar einstimmig der Vorarlberger Landtag auftischt, ist die buchstäblich fremdenfeindliche Energieautonomie Vorarlbergs. Diese ist nichts anderes als ein dümmlicher Abklatsch der FPÖ-Phrasen vom “Mut zur Heimat”. Und dafür braucht es wirklich Mut, denn wenn man diesen Schmarren ernst nimmt, den da der Vorarlberger Landtag beschlossen hat, dann würden wir tatsächlich in ein System des seinerzeitigen maokommunistischen Albaniens zurückfallen. Das war tatsächlich energieautonom und vor allem bettelarm. Denn den größten Teil der Energieexporte wie Importe geht nicht über Stromleitungen sondern über die Warenströme ins Ausland und vom Ausland. In dem winzigen Handy aus Japan steckt nämlich vor allem eines: Energie! Nicht anders ist es auch mit den von uns exportierten Gütern, der Red Bull-Dose ebenso wie selbst dem Bregenzerwälder Bergkäse. Und auch der Tourismus ist nichts anderes als exportierte und importierte Energie, von den Schneekanonen bis zur Seilbahn.

Darum geht es.

Die Antwort auf die japanische Katastrophe und auf die Verknappung der Ressourcen muss aber beileibe kein Verzicht sein. Die Lichter müssen nicht ausgehen und wir müssen uns nicht in ein einsames Loch verkriechen. Wir dürfen uns nur nicht auf die Märchen verlassen, die uns diese märchenhaft bezahlten Geschichtenerzähler aus den Konzernen und ihren beredten Vertreterkolonnen in der Politik weis machen wollen.

Den öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen. Die Geld, Boden und Ressourcen verschwendende Vorarlberger Wohnbaupolitik zu einer urbanen Wohnungsverdichtungsstrategie ändern, aus dem sozialen Wohnbau einen gemeinnützigen machen. Ein Ort der kurzen Wege. Dann erst gibt es die Möglichkeit Mobilität für alle ökologisch zu sichern, also auch für diejenigen welche sich nie ein Auto werden leisten können und diejenigen die aufgrund ihres Alters ohnedies keines mehr bedienen können. Das einsame Nullenergiehaus - welche geaschene Lüge! - auf der grünen Wiese verbraucht immer noch ein Vielfaches an Energie gegenüber dem urbanen und sozialkommunikativen Wohnplatz.. Und all das lässt sich tatsächlich hier “in der Heimat” machen ohne auf die schöne große weite Welt verzichten zu müssen.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Euer Bernhard

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2 Kommentare

  1. StarMedia

    Ist zwar auch nicht alles so wie Herr Amann schreibt, auch er kann gut Märchen erzählen, aber wenigstens ist es das Gegenmärchen zu den Märchen die die anderen erzählen, denn die Wahrheit liegt wie meist irgendwo dazwischen.
    Weiter so Herr Amann, wir brauchen auch die Gegnmärchen damit die Welt vielleicht eines Tages ins Lot kommt….?
    Welch abstruse Hoffnung von mir!

  2. kufisch

    Hervorragend, lieber Champ !!!!

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