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Vorarlbergs Energielügen haben kurze Beine

28.03.2011 | 6 Kommentare

Vor wenigen Tagen hat man die Enteignung Vorarlbergs von der eigenen Gasgesellschaft mit einer angeblichen Vereinigung der Energieversorger unter dem gemeinsamen Dach der Vorarlberger Illwerke / Kraftwerke gefeiert. Aber diese Werke tragen das Adjektiv “Vorarlberger” längst nur noch als Mogelpackung. Denn die faktischen Geschäftsführer der Vorarlberger Energieversorger sitzen in Karlsruhe bei dem desaströsen Atomkonzern EnBW. Und dieser steht nun seit der Atomkatastrophe in Japan selber vor einem ordentlichen Desaster. Die Wahlerfolge der Grünen sind da mehr eine Art Thermometer als Ursache.

Eingebrockt haben uns das auf Vorarlberger Seite vor allem die Vorarlberg ÖVP-Ideologen, welche in ihrer sagenhaft dummen wie vorurteilsbeladenen und kleinstkarierten Antiwien-Politik sich gegen eine österreichische Stromlösung stark machten und unsere Wasserkraft an den baden-württembergischen Atomkonzern zwecks Greenwashing ihres Atomstromes verkauften. Ein gerüttelt Maß an Mitschuld trifft natürlich auch die anderen drei Landtagsparteien, die weder ihre Kontrollaufgaben wahrgenommen noch sich genügend sachkundig gemacht hatten.

Ihre Zustimmung zu dem Deal kaufte man ihnen damit ab, dass in Vorarlbergs Atomspeicherkraftwerken Windkraft für die windstillen Zeiten gebunkert würde. Ein Traumgeschäft versprachen die Energievorstände mit dem grünen Mäntelchen. Aber schon vor einem halben Jahrzehnt hatten die Physiker des Berliner Max-Planck-Institutes vorgerechnet, dass das nicht funktionieren kann, denn bei einer durchschnittlich dreitägigen deutschen Windstille hätte man schon damals den Bodensee auf die Zugspitze pumpen müssen, damit die Stromversorgung funktioniert. Aber Sach- und Faktenwisssen ist schon lange keine politische Kategorie im Vorarlberger Landtag mehr.

Zudem stehen die Windkraftwerke im Norden Deutschlands und die Leitungskapazitäten stehen in den Süden zu den Pumpspeicherwerken nicht zur Verfügung. Schon heute müssen dort bei schönstem Windwetter die Windmühlen abgeschalten werden, weil für den produzierten Strom keine Speichermöglichkeit zur Verfügung steht und das Netz zusammenzubrechen droht. Die Mär von den Leitungen in den Süden sind nicht nur ein teures Märchen sondern vor allem ökonomisch wie ökologisch unwirtschaftlich. Unsere Milliardeninvestitionen in die Pumpwerke in unseren Bergen werden uns auf den Kopf fallen und den Vorarlbergern höhere Strompreise bringen als sie ohne diese größenwahnsinnigen Projekte bezahlen müssten. Noch gar nicht berücksichtigt, dass die Wasserreserven mit dem Dahinschmelzen des Silvrettagletschers ebenso endlich sind.

In deutschen Wirtschaftskreisen spricht man schon von einem Desaster bei der EnBW von der Größenordnung der WestLB-Bank. Ein staatlicher Zuschussbetrieb. Denn wenn die Schrottkernkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philippsburg 2 endlich abgeschaltet werden, dann fehlt der EnBW das Geschäftsmodell. Der weltgrößte französische Kernkraftkonzern hatte schon vor Japan den Braten gerochen und aufgrund der enormen Haftungen und Kosten die sich aus der Beseitigung des bereits angelagerten Atommülls ergeben, ihre EnBW-Anteile an Baden-Württemberg wiederverkauft, wo idealerweise gerade der CDUler Mappus glücklos hantierte. Die deutschen Wirtschaftsblätter reden schon von einem Pleiteunternehmen.

Und das bekommen wir unmittelbar zu spüren, denn das Geschäftsergebnis der Illwerke ist auf Basis der Illwerke-Verträge! unter anderem von der Entwicklung der Dividende des Atomkonzernerns Energie Baden Württemberg AG (EnBW) abhängig. Nicht gewusst? Macht nix, die Abgeordneten des Vorarlberger Landtages werden das auch hier zum ersten Mal lesen. Wenn nicht, dann hätten sie ja grob fahrlässig gehandelt und das wollen wir ihnen nun wirklich nicht auch noch unterstellen.

Wir zahlen also mit für das Desaster mit den Atomkraftwerken in Baden-Württemberg. Die neue Regierung in Stuttgart wird da kein Mitleid mit uns haben, schließlich wollten wir ja auch als Atomstromtrittbrettfahrer und Atomstromwäscher kräftig abkassieren.

Ohne Atommeiler fehlt der EnBW das schlüssige Geschäftsfeld. Als man auch noch die Vorarlberger Erdgasversorgung ihren Fittichen unterstellte, war diese Entwicklung auch ohne Japan schon abzusehen. Die Buchhalter bei der EDF haben sich jedenfalls nicht mit der Milchmädchenrechnung zufrieden gegeben, dass man mit einer einfachen Laufzeitverlängerung Gold scheffeln könnte. Sie haben sehr wohl gesehen, dass die Renovierung der beiden Schrottreaktoren und die enormen Risken ein Faß ohne Boden werden und haben den glücklosen baden-württembergischen Ministerpräsidenten buchstäblich übertölpelt.

Und nun ist von diesem - in den deutschen Wirtschaftsblättern schon als Pleiteunternehmen klassifizierten - Atomkonzern auch noch unsere Erdgaszuteilung abhängig. Liefern tun sie ohnedies schon längst und man hat sich offenbar auch nie um andere Lieferanten gekümmert, denn als Lieferanten treten die Import- und Handelsgesellschaften Ruhrgas AG und die Gasversorgung Süddeutschland GmbH (GVS) im Rahmen einer Liefergemeinschaft gegenüber der Vorarlberger Erdgasgesellschaft auf. Die Ruhrgas AG ihrerseits ist der größte Lieferant der GVS. Die Ruhrgas AG bzw die GVS gehören zu den großen Atomenergiekonzernen EON bzw ENI/EnBW.

Alles klar?

Euer Bernhard

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6 Kommentare

  1. ob8

    Was ist der liebe Herr Amann hier jetzt nochmal von Beruf? Diplomsozialarbeiter?
    Ob seines gescheiten Beitrages hier könnte man meinen, er sei Diplomenergietechniker…

    Fakt ist, dass er vom Europäischen Verbundnetz keine (aber auch nicht die kleinste) Ahnung zu haben scheint. Auch sollte man mit dem zusammen kopieren von Inhalten aus dem gesamten Internet ob8 geben, vor allem, wenn man - mangels eigener Fachkenntnis - selber nicht überprüfen kann, ob das auch alles stimmt. Ach nein, ist ja eigentlich wurscht: sollte ja sicher keine Doktorarbeit werden hier, oder? ;-P

    Solchen Leuten würde ich als erstes den kompletten Saft abdrehen, wenn mal ein Stromengpass aufkäme. Das sind mir nämlich genau die richtigen: ständig herum nörgeln, aber selber verbrauchen…

    Nun meinen die Grünen und Konsorten wohl komplett, sie hätten vollen Wind in den Segeln. Derweilen verkennen sie ein wenig die Situation.
    Der Vorwärtsschub kommt von der Atomkatastrophe in Japan und nicht etwa von eigenen Leistungen. Aber diese “Erfolgswelle” wird auch wieder abebben (der Mensch vergisst ja schnell) und dann befindet sich diese Klientel politisch wieder dort wo sie hin gehört: dort wo sie nichts zu sagen hat…

  2. Landrat

    Scheinheilige Bagage.

  3. ledereini

    wenn da george-w meint dass energie noch zu billig haben ist,hat wohl nicht ganz verstanden um was es in dem artikel eigentlich geht, und/oder er soll meinem vermieter zu einem sparsameren(kleineren) boiler überreden, aber solange ich für warm wasser,tv gerät, eine energiesparlampe und ab und zu den herd einschalten 80!!!euro im monat zahle, sieht der natürlich keinen grund etwas zu ändern! ich werde was ändern: ich ziehe vorallem aus dem grund aus . . .

  4. georgedablju

    auf welchem trip sind sie…

    generell sind alle energieversorger zu privatisieren - und energie ist noch viel zu billig.

    und wenn ich von jemand erdgas beziehe ist es mir absolut egal was dieser konzern sonst noch produziert

  5. franzi1978

    das kann alles nicht so weiter gehn !!!!!
    es wird auch bei uns noch an “köriga rumpel” tuhn und es dauert nicht mehr lange ihr werdet sehen !!!!!!!

  6. castro1

    Ja so praktisch ist es wenn man nicht mit dem Privatvermögen haften muß. Da kann nach Herzenslust gelogen und betrogen und die Bevölkerung für Dumm verkauft werden.

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