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Mehr Diversität bitte!!!!

08.06.2011 | 1 Kommentar

Für fast jeden Menschen gibt es ritualisierte Handlungen, die einerseits Bestandteil des Alltagslebens sind und die andererseits zu Dispositionen führen können, die im allgemeinen den sogenannten Drogenabhängigen zugeschrieben werden, wie etwa der Zwang zur kurzfristigen Bedürfnis-Befriedigung, die Einengung und Wahrnehmungsvielfalt, die Verhinderung von Aktivität und Kreativität.

Für die meisten Menschen scheint es Substanzen unterschiedlichster Art zu geben, die von ihnen eingesetzt werden, um

- spezifische Stimmungen/Gefühlslagen zu erzeugen und/oder

- emotionale Spannungen zu überdecken, zu verdrängen oder auch aufzulösen.

Welcher Art diese Substanzen sind, ist individuell verschieden und abhängig von lebensgeschichtlichen Erfahrungen, subkulturellen Gewohnheiten und nicht zuletzt dem Geschlecht. Nahezu jede Substanz kann in dieser Weise eingesetzt werden. Der Konsum psychoaktiver Stoffe aller Art passt sich in diesem Spektrum an. Abhängigkeit ist also ein recht menschliches und damit auch normales Verhalten der Menschen unserer Gesellschaft.

Drogenwirkungen zu generalisieren ist grundsätzlich ein unmögliches Unterfangen. Hier genügt ein Blick in den heutigen legalen Drogenalltag. Es gibt sicherlich Menschen, die nach dem Genuss von Alkohol aggressiv werden, andere werden müde und schlafen ein, wieder andere werden gesprächig, kommunikativ, lustig und kreativ. Ähnlich unterschiedliche Wirkungen aber viel schwächer treten bei exzessivem Kaffeekonsum auf. Die Wirkungen der legalen Drogen sind also bei verschiedenen Menschen verschieden. Für die heute illegalen Substanzen gilt grundsätzlich dasselbe. Es gibt Personen, die mit ihrer Droge verantwortungsvoll bzw. kontrolliert umgehen und solche, die sich einfach wegbeamen wollen, solche, die mäßig aber regelmäßig konsumieren, und solche, die selten, dann aber exzessiv Drogen zu sich nehmen. Nicht zu vergessen die Selbstmedikation. Die Wirkungen des Drogenkonsums auf den Menschen und sein Sozialverhalten sind unter anderem auch auf solche Konsummuster zurückzuführen. Jeder Drogenkonsum, ob von Alkohol und Nikotin oder von illegalen Drogen, kann zu unangenehmen Situationen, Motivationsverlust usw. führen, aber ebenso entgegengesetzte Wirkungen entfalten, wie Entspannung, Kreativität, Bewusstseinserweiterung, Geselligkeit, bzw.
Kommunikationsfreudigkeit etc.

So unterschiedlich die Wirkungen der Substanzen, so unterschiedlich sind auch die Menschen, welche diese gebrauchen.

Mit der Pathologisierung wurde bisher der Konsum von Stimulanzien von vornherein als Defizit der Person bestimmt. Versatzstücke populärer Suchttheorien legen Motive nahe, wie „Flucht“, Ausweichendes Verhalten“ oder ähnliches. Dadurch sind wir nicht mehr offen für die gegenwärtig reale Situation der KonsumentInnen und werden blind für ihre Motive, den Sinn, den der Konsum real für sie macht.

Parallel dazu geht die Kriminalisierung einher, welche mit ihren Sanktionen hauptverantwortlich für die Stigmatisierung und Disqualifizierung der betroffenen Menschen und damit auch für Krankheiten und Tod zeichnen.

Euer Bernhard

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Ein Kommentar

  1. ralfgtr1

    vielleicht sollte Herr Ammann mal ein anderes Gras rauchen!?

    Brennesseln, oder alte Socken sollen auch gewisse Wirkungen hervorrufen!
    :-)))

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