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Bundesheer abschaffen!

02.11.2012 | 2 Kommentare

In der aktuellen Debatte um die Volksbefragung der Wehrpflicht ja oder nein tritt die Frage in den Hintergrund, ob es das Bundesheer überhaupt braucht? Wenn schon eine Volksbefragung, dann müsste diese um eine weitere Frage erweitert werden und zwar Bundesheer JA oder NEIN!

Österreich ist von Freundstaaten umzingelt und könnte ein einzigartiges Friedensprojekt in die Wege leiten, welches auf Achtung, Respekt und Toleranz basiert. Auf den aktuellen Kriegsschauplätzen geht es nicht um den Aufbau oder die Förderung demokratischer Strukturen, sondern einzig und allein um die Sicherung von Rohstoff- und Energiequellen, sowie um Macht und Einfluss. Dieser Weg ist mit abertausenden Opfern - vor allem der Zivilgesellschaft - gepflastert.

Uns wird einerseits vorgegaukelt, dass die EU ein Friedensprojekt sei und andererseits hat sich die Österreichische Bundesregierung im Lissabonvertrag verpflichtet, das Bundesheer für ein EU-Nato-Heer (EU-Battle-Groups) fit zu machen. Natürlich ohne die BürgerInnen zu befragen. Demokratie tschüss!
Die Wehrdebatte wird immer wieder mit Katastropheneinsätzen argumentiert. Dabei wurden in den vergangenen 5 Jahren von 110.000 Rekruten nur 1.400 (1,3%) bei Katastrophen eingesetzt. 2011 wurden von 22.000 Grundwehrdienern nur 2% also etwa 400 für Katastrophen aktiviert. Andererseits verfügen die Feuerwehren bundesweit über 253.274 Aktive und zusätzlich über 26.020 Jugendliche (Wikipedia). Mit einem Ausbau des zivilen Katastrophenschutzes kann der Wegfall des Bundesheeres problemlos kompensiert werden.

Auch die Verquickung der Bundesheerfrage mit dem Zivildienst ist ein Ablenkungsmanöver. 2011 wurden für an die Sozialorganisationen 13.510 junge Menschen als billige Arbeitskräfte zugewiesen. Der Austausch der Zivildiener mit hauptamtlichen Personal wäre mit Kosten von etwa €350 Mio. verbunden. Dies sind 17,50% von den €2,1 Milliarden, welche für das Bundesheer jährlich aufgewendet werden.

Auch ökonomisch ist die Wehrpflicht ein immenser Schaden. Die jungen Menschen werden in ihrer aktivsten Zeit aus ihrer Ausbildung oder ihrem Arbeitsplatz herausgerissen. Studierende verlieren bis zu einem Jahr, je nach Einberufungsdatum.

Notwendige Maßnahmen und Konsequenzen durch die Abschaffung des Bundesheeres (Freiwerdung €2,1 Mrd. jährlich):

- katastrophenbedingte Einsätze der freiwilligen Feuerwehr werden durch Karenzierung und Ersatzzahlungen des Verdienstausfalls ermöglicht
- bessere und gut bezahlte Arbeitsplätze im Sozial- und Gesundheitsbereich
- Ausbau des zivilen Katastrophenschutzes
- volkswirtschaftlicher Gewinn durch Wegfall des Präsenz- und Zivildienstes
- keine heimische Soldaten für EU-Nato-Interventionen
- Österreich als glaubwürdiger internationaler Friedensvermittler

Euer Bernhard

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2 Kommentare

  1. helmuth1

    Was heißt hier - Euer Bernhard ??? LACHEN.
    Also meiner NICHT !!!!!

  2. nichtsnutz

    Hallo Herr Amann,

    ich kann ihre Argumentationen zur Wehrpflicht Debatte nicht ganz nachvollziehen.

    Der Wegfall der Wehrpflicht und die damit verbundene Abschaffung des Zivildienstes hat nicht automatisch zur Folge, dass besser bezahlte Arbeitsplätze im Gesundheitswesen geschaffen werden. Außerdem wird der Wegfall der Wehrpflicht, wie bereits SPÖ und ÖVP verhandelt haben, ein Berufsheer nach sich ziehen. Da dieses Berufsheer teurer ist wie das derzeitige Model, lassen sich die „besser bezahlten“ Arbeitsplätze im Gesundheitswesen nicht über Ihre angegeben 2,1 Mrd. finanzieren.

    Deshalb soll das Wegfallen des Zivildienstes, u.a. mit dem Freiwilligen Jahr kompensiert werden. Nachbarsländer die bereits ähnliche Zivildienstersatzmodelle führen zeigen, dass die Freiwilligen Zahlen weit hinter den Erwartungen zurück blieben.
    Ich gehe deshalb sogar so weit zu behaupten, dass diese fehlenden Stellen nicht nachbesetzt werden und sich somit die Situation für Menschen die auf Hilfe Dritter angewiesen sind verschlechtern. Denn diese Vollzeitbeschäftigen sind dem Staat schlichtweg zu teuer. Als Beispiel möchte ich den Einkaufsservice und Botendienste anführen. Speziell diese einfachen Aufgaben werden bestimmt nicht mehr nachbesetzt. Wahrscheinlich werden die Betroffenen auf die Privatwirtschaft (falls in der Region überhaupt vorhanden) zurückgreifen und diese Leistungen aus eigener Hand bezahlen müssen.

    In meinen Augen leisten Zivildiener einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft und für diese ist es auch eine persönliche wichtige Erfahrung. Wir alle erhalten diese Leistung in irgendeiner Form wieder zurück, deshalb kann keine Rede von einem verlorenen Jahr sein. Außerdem werden ohne hin sämtliche finanzielle Unterstützungen beim Absolvieren der Wehrpflicht bzw. Zivildienst vom Staat mitberücksichtig.
    Ich würde gerne noch auf die von ihnen angesprochenen Punkte wie die der „Neutralität“ und „Österreich als internationaler Friedensvermittler eingehen“. Jedoch würde das wahrscheinlich den Rahmen sprengen.

    Deshalb spreche ich diese nur kurz an. Ein Neutrales Land braucht ein Bundesheer umso mehr, denn sonst ist es immer abhängig von anderen Ländern sein, was wiederum die Neutralität in Frage stellen würde. Den Punkt als Friedensvermittler muss man genauer ausführen. Den es macht einen Unterschied ob ich beispielsweise Flüchtlinge aufnehme, oder einen Staat beim wieder Aufbau helfe.

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