Home / Allgemein / Scheitern als Chance

Scheitern als Chance

21.05.2013 | Keine Kommentare

Das Culture Factor Y Lustenau ist ohne Zweifel die Avantgarde der Jugendkulturarbeit im Ländle. Das Tätigkeitsfeld umfasst ein breites Angebot wie im Full-House einen Schüler- und Jugendtreff, das Mädchenhaus, als Herzstück das CFY mit einem breiten jugendkulturellem Angebot, die mobile Jugendarbeit, die Siedlungsarbeit, sowie das Projekt Gute Geister welches Jugendliche in beruflichen Problemsituationen unterstützt.

Die Gemeinde Lustenau hat kürzlich über das Culture Factor Y aufgrund nicht erfüllter Bauauflagen im Kulturkeller ein Veranstaltungsverbot verhängt. Damit wurde einem der wichtigsten Kulturveranstalter im jugendkulturellen Bereich die Existenz entzogen. Von diesem Verbot sind auch die Proberäume für 6 junge Bands betroffen. Des weiteres steht auch der Schüler- und Jugendtreff Full-House auf der Kippe, da der Mietvertrag im Juni endet und noch keine Ersatzlösung in Sicht ist.

Das baupolizeiliche Problem im Kulturkeller ist schon seit 1998 der Gemeindeverantwortlichen bekannt. Und Bürgermeister Dr. Kurt Fischer hat bereits im Jahre 2004 (damals noch Oppositioneller) anlässlich eines Wann & Wo Round Table des CFY (Zitat: “Wir als verantwortliche Politiker in der Gemeinde müssen schauen, dass die Zustände der Räumlichkeiten stimmen.”) die Herstellung der baulichen Auflagen gefordert. Trotz jahrelanger Bemühungen des Trägervereins für ein neues Jugendkulturzentrum bzw. die Forderung die baulichen Mängel zu beseitigen, ist die Gemeindepolitik nie aus ihrem komatösen Tiefschlaf erwacht. Als Teilnehmer zahlreicher Generalversammlungen sind mir nur Jammerei und Hilflosigkeit auf Seiten der Gemeindeverantwortlichen in Erinnerung. Von einer konstruktiven und aktiven Problemlösung weit entfernt.
Der neue Gemeindesekretär hat nun quasi als “Einstandsgeschenk” offensichtlich in gewohnt “jugendkulturfreundlichem” Stil gleich mal das Ruder übernommen und ein Veranstaltungs- sowie Proberaumverbot verhängt. Diese Aktion ist nun das Finale einer gescheiterten Jugendkulturpolitik, da auch für das Full-House kein Ersatz in Sicht ist. Lustenau steht nun vor einem Scherbenhaufen, welcher sich seit 1998 angebahnt hat. Nun rächt sich diese “Schnarchnasenpolitik”, da längst bekannte Fakten nie ernsthaft zur Kenntnis genommen und immer wieder vor sich hingeschoben wurden.

Lieber diskutiert der Bürgermeister mit seiner Jugendgemeinderätin darüber nach ob mehrere Träger für die selbstverwaltete Jugendarbeit und soziokulturelle Aktivitäten sinnvoll sind. Dabei waren es die selben Personen, welche vor ein paar Jahren einer Zusammenlegung das Wort redeten und diese auch realisierten. Da soll sich noch einer auskennen.

Als Vorsitzender der IG-Kultur Vorarlberg fordere ich daher die Gemeindeverantwortlichen auf:
- die Baumängel umgehend zu beheben, oder eine sofortige vorübergehende Ersatzlösung für den Kulturkeller und Proberäume, sowie das Full-House bereitzustellen
- einen schnellstmöglichen Grundsatzbeschluss in der Gemeindevertretung noch vor dem Sommer für einen Neubau eines Jugendkulturzentrums im Bereich Eishalle
- die umgehende Bildung einer Planungsgruppe “Neubau Jugendkulturzentrum” in Zusammenarbeit mit den VertreterInnen des CFY.

Euer Bernhard

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.