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Vernadererpartie Lukasfeld!

22.05.2013 | 2 Kommentare

Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als ich heute das Wann & Wo aufschlug und den Artikel über die Praxis der Substitution in Vorarlberg las. Dort wurde ein Vorstandsmitglied des Vereins “Starke Süchtige” namentlich und persönlich auf untragbare Weise attackiert. Siehe unter: http://www.vol.at/„die-mittel-werden-ausgespuckt-gespritzt-oder-verkauft“/3581060

Ein Patient, welcher offensichtlich aus Feigheit anonym bleiben wollte und auch Dr. Roland Wölfle (Arztgeheimnis eh wurscht) gaben ihre Allgemeinplätze zum Thema Weitergabe des Substitutionsmittels zum besten und stellten das Vorstandsmitglied bloß.

Da werden dann 0815er Rechenbeispiele hergenommen und populistisch hochgerechnet. Beispielsweise wird die tägliche Dosis mit Subutex mit 24 mg genannt. Wir begleiten etwa 100 Substitutionsklienten im Ex & Hopp in Dornbirn, wovon kein Einziger mit einer derart hohen Dosis substituiert ist. Oder es werden 80% der substituierten Menschen des Missbrauchs bezichtigt, was überhaupt nicht der Realität entspricht. Der Großteil der suchtkranken Menschen, welche sich im Ersatzprogramm befinden, konsumieren die Medikamente nach Vorschrift. Mit diesen dämlichen Aussagen wird der Stigmatisierung und der Ausgrenzung das Wort geredet.

Denn die Ursachen von Drogensucht bestehen unter anderem durch Gewalt und Missbrauch in der Kindheit, traumatische Erlebnisse, psychische Krankheiten und nicht weil es so lustig ist und damit wunderbare Geschäfte gemacht werden. Dies schert Dr. Wölfe und dem anonymen Betroffenen in keiner Weise. Und das für Dr. Wölfe die Nebenwirkungen von Substitutionsmitteln nicht nachvollziehbar ist, lässt auf Unkenntnis des Themas schließen. Gerade Methadon hat Nebenwirkungen wie Hypersekretion, Depressionen, Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Antriebslosigkeit, Verdauungsstörungen, Gewichtszunahme oder Libidoverlust.

Einfach ein fachlicher Horror!

Euer Bernhard

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2 Kommentare

  1. Markus_35

    Ich finde Leute äusserst problematisch (abgesehen von der fatalen gesellschaftspolitischen Optik), die ständig den Missbrauch weicher Drogen verharmlosen und damit der Jugend ein katastrophales Trugbild eines risikolosen Probierens ohne nachherige Suchtgefahr vorgeben.

    Vor allem weil es absoluter Humbug ist! Die bestehenden Gesundheitsrisiken oder die latente Suchtgefahr auch beim Konsum weicher Drogen (auch durch den psychologisch leichter gemachten Umstieg auf den härteren Stoff), sind von seriösen Studien ganz klar belegt worden. Das der THC-Gehalt im heute produzierten Cannabis um ein 4-faches höher ist als jener vor 20-30 Jahren und eine veritable Gefahr für die Gesundheit darstellt, kann jeder feststellen, der sich auch nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt.

    Diese Fakten ständig zu ignorieren oder wider besseren Wissens ständig Lobbyismus für eine falsche Sache zu betreiben spricht freudianische Bände!

    Wie hoch die ethisch moralischen Parameter anzusetzen sind, die ein gesellschaftspolitsch verantwortungsvoller Politiker zu erfüllen und vorzuleben hat, sind auch bekannt. In diesen Funktionen darf es in keinster Weise Leute geben, die von sich das Gefühl haben, sie dürften auch nur im Geringsten von der klaren Mehrheit postulierten, hehren Wertvortstellungen abweichen oder sich selber moralische Generalamnestien für irgendwelche Phantastereien ausstellen, für die nicht mal 10 % des Wahlvolkes auch nur in irgendeiner Weise Verständnis hat.

    Und doch gibt es sie leider (noch) oder ihre Zahl ist wieder im steigen begriffen.

    Man müsste sich dann halt mal auch persönlich die ehrliche Frage stellen, ob man in gewissen Themenbereichen nicht genauso unbelehrbar ist, wie man es anderen in deren ach so fehlerhaften Verhaltensmustern immer gerne oberlehrerhaft und plakativ vor die Nase hält.

  2. schnorrawackler

    Lieber Bernhard!

    Wie oft hast Du bereits “namentlich und persönlich” Menschen angegriffen, welche nicht der selben Meinung waren?

    Wie oft hast Du bereits Dinge zum Besten gegeben, ohne Ross und Reiter zu nennen? - Dich auf deine Schweigepflicht als Sozialarbeiter berufen?

    Es ist keine Verletzung des Amtsgeheimnises, wenn man als Arzt allgemein über die Praxis spricht und Beispiele nennt. Wenn das so wäre, dann hätte Berlakovich mit seinen Pestiziden doch recht gehabt!

    Es ist halt wie oft bei Dir - alles nur eine Sache der Ansicht - wenn es Dir nicht in den Kram passt ist es schlecht und im anderen Fall gut! Und dem Vernaderer wünsche ich nicht, dass seine Identität bekannt wird - er hätte meiner Meinung nach kein leichtes Leben mehr in der polarisierten (Drogen-)welt des Bernhard Amann und Freunde.

    Ein wenig mehr Umsicht und Selbstkritik wär manchmal fein - auch bei Dir Bernhard!

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