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Die schlimmen bildungspolitischen Defizite der “Rheintalstadt Dornbirn”

09.08.2013 | 1 Kommentar

In Sonntagsreden sagen uns die Politiker, das Bildung das wichtigste sei. Und es ist eine Binsenweisheit der Arbeitsmarktpolitiker, dass diejenigen welche nur über eine Pflichtschulausbildung verfügen, am häufigsten von Arbeitslosigkeit betroffen sind. So sind auch knapp die Hälfte der Vorarlberger Arbeitslosen ohne Sekundär- oder gar Tertiärausbildung. Freilich werden dann, wenn man Politiker darauf anspricht diese zum unverhohlenen Spießbürger und erklären uns, dass es in Spanien so viele arbeitslose Akademiker gäbe.

Das Problem, dass jemand höchstens die Pflichtschule absolviert hat, das gab es früher häufig bei den Frauen. Ihnen sagte man, dass sie eh heiraten und Kinder kriegen sollen. Trotzdem hat sich das bis heute in den konservativen ländlichen Gebieten erhalten. So ist dort auch der größte Anteil an Niedrigqualifzierten (das ist der Terminus technicus der Statistiker für die Menschen, welche keine andere Bildung als nur die der Pflichtschule haben) zu finden. Hohe Anteile finden sich so im Innviertel, im Südburgenland und in den ländlichen Gegenden Tirols. Die regionale Verteilung der Niedrigqualifizierten ist auch fast ein Spiegelbild zu jener der Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Die Stadt-Land-Differenzen sind komplementär.

Der Vorarlberger bildungspolitische Skandal muss man sich aber buchstäblich auf der Zunge zergehen lassen. Das Rheintal ist nach dem Wiener Becken eines der dicht besiedelsten Räume Österreichs, ein urbanes Gemeindekonglomerat und beileibe keine ländliche Idylle für die Frauen am Herd. Und ausgerechnet der Bezirk Dornbirn (also die Rheintalstadt Dornbirn-Hohenems-Lustenau) hat Österreichs höchsten Anteil an Niedrigqualifzierten. Während es im Österreich-Durchschnitt gerade mal 16,2 Prozent sind, sind es im Bezirk Dornbirn 28,8 Prozent. Im Bezirk Bregenz sieht es übrigens auch nicht viel besser aus.

Wussten Sie das? Haben Sie je einen Vorarlberger Politiker über diesen “Rekord” reden hören? Nein, haben sie nicht. Aber ein Grund mehr der Landespolitik die Zukunft unserer Kinder aus der Hand zu nehmen. Sie haben ein Recht auf Stadt, das heißt auf. Bildung, Arbeit, Kultur und Infrastruktur. Ein Grund mehr endlich die Rheintalstadt aus den Gemeinden Dornbirn, Hohenems und Lustenau zu bauen. Unseren Kindern und unserer Zukunft zuliebe.

Quelle zum Nachlesen:
Österreichische Bildungsstatistik 2011/12:S 92
http://redaktion-factsandfigures.blogspot.co.at/2013/03/bildung-in-zahlen-personen-mit.html

Euer Bernhard

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Ein Kommentar

  1. Kritikus

    Vielleicht, werter Berhard,
    hat diese “skandalöse” Zahl etwas mit der exorbitanten Zuwanderungsrate wenig- bis gar nicht Gebildeter zu tun?
    Dagegen trittst du aber nicht auf, oder doch?

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