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Vorarlberg gefährdet sträflich die Gesundheit unserer Lehrlinge!

30.10.2013 | Keine Kommentare

Um die Gesundheitsversorgung der Vorarlberger Bevölkerung zu optimieren, wollen das Land Vorarlberg, die Vorarlberger Gebietskrankenkasse und die anderen Sozialversicherungsträger über ein Zielsteuerungssystem die Zusammenarbeit zwischen niedergelassener Ärzteschaft und Spitälern bestmöglich aufeinander abstimmen. “Es geht um eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung sowie einen offenen Zugang für alle Bevölkerungsgruppen”, sagte Landeshauptmann Markus Wallner im Pressefoyer am Dienstag, 15. Oktober 2013. So meldete es der amtliche Verschönerungsverein, nämlich der Pressedienst der Vorarlberger Landesregierung.

Doch wie schaut die Realität Vorarlberger Gesundheitsversorgung bei den arbeitenden Jugendlichen in Vorarlberg aus? Nimmt man die Zahlen aus dem Handbuch der österreichischen Sozialversicherungsträger, so sieht man, dass die Prävention für arbeitende Jugendliche, das sind vor allem Lehrlinge, in Vorarlberg auf einem fahrlässig niedrigen Niveau ist. Während etwa in der verzweigten Steiermark über 90 Prozent der Jugendlichen durch eine Vorsorgeuntersuchung der dortigen Gebietskrankenkasse betreut werde, sind es in dem recht zentralen Vorarlberg gerada mal etwas über ein Drittel der Jugendlichen (Vgl. Statistisches Handbuch der österreichischen Sozialversicherung 2013, S.43).

Dabei wäre eine Jugendlichenuntersuchung aus vielerlei Gründen wichtig und ist sie deshalb auch vom Gesetzgeber kostenlos und jährlich vorgesehen. Aber hier wird von der Vorarlberger Gebietskrankenkasse auf Kosten ihrer jungen und noch unerfahrenen Beitragszahler gespart. Das ist nicht nur kurzsichtig sondern zum Nachteil vieler Jugendlichen.

Immerhin könnten berufsspezifische Gesundheitsbelastungen rechtzeitig erkannt und Dauerschäden vermieden werden. Besonders ärgerlich ist das, wenn etwa Gesundheitsprobleme vorliegen, die später die Ausübung eines erlernten Berufes unmöglich machen, etwa weil eine Allergie vorliegt. Dann ist wertvolle Ausbildungszeit vergeudet worden. Nützlich wären die Untersuchungen auch in der Drogen-Prophylaxe, soll Prophylaxe nicht nur eine politische Worthülse sein. Und diese jungen Menschen zahlen auch bald die Pensionen der älteren Generation. Sollte man sich da nicht besonders aufmerksam um sie bemühen?

Vielleicht kann der Herr Landeshauptmann tätig werden und auch die Gesundheitsversorgung der Vorarlberger Jugend, insbesondere der Lehrlinge und JungarbeiterInnen durch etwas Druck auf die Verantwortlichen bei der Gebietskrankenkasse verbessern. Es wäre damit mehr getan als mit manchem im tatsächlichen Sinne des Wortes überflüssigem Lehrlingsevent auf dem sich die Politiker von dem oben erwähnten Landesverschönerungsverein gerne fotografieren lassen. Oder vielleicht nehmen sich die Vorarlberger Damen und Herren Politiker auch selber einmal etwas Zeit und lesen was in ihren Publikationen steht. Eigentlich müsste man von ihnen erwarten dürfen, dass sie selber auf solche Missstände kommen. Odr?

Zum Nachlesen für die Damen und Herren Politiker: Statistisches Handbuch der österreichischen Sozialversicherung 2013

Euer Bernhard

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