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Fünf Jahre Hohenemser Erklärung

25.08.2014 | 1 Kommentar

Die Stadtvertretung von Hohenems hatte vor fünf Jahren, am 26. August 2009, gegen die FPÖ-Stimmen aus Anlass der antisemitischen und rassistischen Äußerungen während der FPÖ-Wahlveranstaltung in Hohenems die “Erklärung von Hohenems” beschlossen.
Die Einmütigkeit über Parteigrenzen hinweg, mit der man sich nicht “nur” gegen Rassismus, Intoleranz und Totalitarismus ausgesprochen hatte, war etwas Besonderes. Das Neue war die Selbstverpflichtung einer Stadt sich für die Werte einer humanistischen Zivilisation einzusetzen und sich zu verpflichten, diese in ihrer täglichen Praxis anzuwenden und sich als Gemeinschaft für die aus ihrer Rolle gefallenen Mitbürger zu entschuldigen, sich deren Fehlverhalten sich selber als schuldhaft anrechnen zu lassen. Für Hohenems ist es vielleicht ein historisches Dokument. Immerhin wurde damit abgewendet, dass Hohenems in aller Welt ein Synonym für Intoleranz, Rassenhass und Antisemitismus dasteht. Vielleicht kann die Hohenemser Erklärung auch für Vorarlberg das werden. Aber das werden wohl erst kommende Generationen von Geschichtsschreibern zu bewerten wissen. Eigentlich hätte man erwarten können, dass die demokratischen Parteien auch in anderen Gebietskörperschaften derartige Selbstverpflichtungen und Bekenntnisse zu einer Heimat für Alle schaffen.
Und so ist es leider nicht überraschend, dass Rassismus, Intoleranz und Inhumanität nach wie vor vom Bürger bezahlte Wahlwerbung zu Wahlkampf und Wahlkrampf machen. Auf die unsäglichen Sager von 2009 haben deren Proponnenten bisher in diesem Wahlkampf in dieser Form gottlob noch verzichtet. Nicht verzichten wollen sie offenbar auf die Beleidigung und Behinderung jener Menschen, die hier leben und wohnen und für sie eben keine vollwertigen Bürger sein dürfen, weil sie oder deren Eltern eben nicht hier geboren sind.
Dass ausgerechnet ein ehemaliger ORF-Mitarbeiter, der noch während seiner Dienstzeit der Objektivität verpflichtet gewesen wäre, nun die xenophobe Hetze wie seinerzeit die Nachrichten vom Teleprompter des ORF vom Faulenzer der Strache-FPÖ einfach nur abzulesen scheint, entsetzt. Wenn er sich dabei nicht übergeben muss, dann zweifelt man, ob wir wirklich so viel weiter gekommen sind.
Die Verantwortungslosigkeit mit dem Schicksal von Kindern Politik zu machen, ihnen Bildung und glückliche Kindheit zu verweigern, ihre frühen Traumatisierungen zu verdrängen, ihre Rechte als Kinder zu missachten, darf keine Unterstützung erfahren. Wir kennen das heute aus den täglichen Nachrichten und vielen Mitbürgern wird dabei so schlecht, dass sie den Sender abdrehen, wenn sie sich nicht übergeben wollen. Wir brauchen keine “Heimatpartei” die lediglich als Heimat für Hass, Rassismus, Intoleranz, Bildungsferne und Zukunftslosigkeit stehen will. Wo dies hinführt, können wir nicht nur aus der Geschichte lernen sondern täglich in den Nachrichten sehen. Schlussendlich behaupten auch alle kriegsführenden Parteien immer “Heimatparteien” zu sein und am Ende steht immer die Zerstörung dessen was eigentlich Heimat sein sollte.
Die Weltkonflikte rücken unseren Grenzen immer näher und wir dürfen nicht in unserer Heimat in verantwortungsloser Weise Konflikte und Krisen erst erfinden oder verschärfen. Von der Politik erwartet man, dass sie sich Kindern gegenüber wie sorgende Eltern verhält. Wer das nicht tut und Konflikte und Misstracht sät und schürt, den muss man im Interesse der Zukunft unser Kinder, ja der Zukunft unserer Heimat von den politischen Ämtern fernhalten. Wir brauchen keine würdelosen Rabeneltern in Amt und Würden. Das gilt auch für jene Politiker in allen Parteien, die meinen, vor den Nebelschwaden der Stammtische schweigen zu müssen und auf billiges Kleingeld hoffen. Auch sie sind für Jugend und Zukunft kein Vorbild.

Euer Bernhard

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Ein Kommentar

  1. Kritikus

    Herr Amann,
    was “wir” noch weit weniger brauchen als eine ““Heimatpartei” die lediglich als Heimat für Hass, Rassismus, Intoleranz, Bildungsferne und Zukunftslosigkeit stehen will” (wo sehen Sie in Vorarlberg eine solche Partei?)

    sind seit Jahrzehnten pubertierende Altlinke, die vor lauter ideologischen Brettern vor dem unentfalteten Hirn die Wirklichkeit nicht mehr wahr nehmen können.

    Vielleicht könnte ein Blick aufs Weltgeschehen, ein leicht vertiefter Blick auf die tschetschenischen Dschihadisten in Österreich und wohl auch in Vorarlberg,

    ihre stecken gebliebene Pubertätsetnwicklung etwas voranbringen.
    Versuchen Sie es!

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